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Blog der Stadtschulpflegschaft Duisburg - Die Elternvertretung in der Stadt Duisburg

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31. Januar 2012

iBooks-Alternative von deutschen Bildungsverlagen

Laut einer Pressemitteilung des Verband Bildungsmedien werden deutsche Bildungsverlage auf der Bildungsmesse Didacta ein Vorab-Konzept für „Digitale Schulbücher“ vorstellen. Die Messe findet vom 14. bis zum 18. Februar 2012 in Hannover statt. Das offene Projekt wird von insgesamt 27 deutschen Bildungsmedienverlagen unterstützt und auf dem Messestand des Verband Bildungsmedien (Halle 16, Stand E22) im Rahmen einer Gemeinschaftspräsentation vorgestellt. Das Konzept „Digitale Schulbücher“ sieht ein per Freischaltcode zugängliches digitales Bücherregal vor, das problemlos auf allen Betriebssystemen und Endgeräten laufen soll. Die Nutzung und Verwaltung der Lehrbücher soll grundsätzlich sowohl online als auch offline möglich sein.

Schon zum Schuljahresbeginn 2012/2013 soll das Projekt an den Start gehen und dann kontinuierlich weiterentwickelt werden. Ob die digitalen Lehrbücher dann prinzipiell auch interaktive Inhalte und Multi-Touch-Gesten unterstützen geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. Trotzdem erinnert das Konzept der digitalen Bücher im Bildungsbereich unweigerlich an das letzte Apples iBooks-Event in der vergangenen Woche. Sollte sich das Projekt in unseren Breitengraden langfristig behaupten können, kann man wahrscheinlich davon ausgehen, dass Apples iBooks- und iTunes U-Angebot nicht den Anklang findet, den sich das Unternehmen gewünscht hatte.

Geplante Schließung der Jugendwerkstatt in Duisburg-Hochfeld zum 31.12.2011

Antwort
der Landesregierung
auf die Kleine Anfrage 1314 vom 1. Dezember 2011
der Abgeordneten Dr. Carolin Butterwegge und Anna Conrads DIE LINKE
Drucksache 15/3443
Geplante Schließung der Jugendwerkstatt in Duisburg-Hochfeld zum 31.12.2011 – Präventive Sozialpolitik im Stil der SPD?
Der Minister für Inneres und Kommunales hat die Kleine Anfrage 1314 mit Schreiben vom 19. Januar 2012 namens der Landesregierung im Einvernehmen mit dem Geschäftsbereich der Ministerpräsidentin und der Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport be-antwortet.
Vorbemerkung der Kleinen Anfrage

Wie Presseberichten zu entnehmen ist droht zum 31.12.2011 die Schließung der einzigen Jugendwerkstatt in der Stadt Duisburg. Diese ist seit über 30 Jahren eines feste Einrichtung in der Stadt und der allerletzte Anlaufpunkt für massiv benachteiligte Jugendliche. In der Werkstatt arbeiten 60 bis 70 Jugendliche und zwei von drei Jugendlichen wird durch die Ju-gendwerkstatt ein Zugang in die Arbeitswelt ermöglicht. Die Jugendwerkstatt befindet sich in Trägerschaft der Gemeinnützigen Gesellschaft für Beschäftigungsförderung mbh (GfB), die zu 80 Prozent von der Stadt Duisburg gehalten wird, einer Kommune in Haushaltssicherung. Aufgabe der GfB ist es „arbeitslose Menschen (…) durch intensive Ausbildung, Qualifizie-rung, Arbeitsvermittlung, GemeinWohlArbeit und Beschäftigungsprojekte auf den Einstieg oder die Rückkehr in den Arbeitsmarkt vor[zubereiten] (vgl. http://www.duisburg.de/micro2/gfb/unternehmen/wir/wir.php)
Mit Schreiben vom 10.10.2011 informierte die GfB die Lokalpolitik und Familienministerin Schäfer (SPD) über die bevorstehende Schließung, da die GfB den bisherigen Eigenanteil von 120.000 Euro nicht aufbringen könne. Das Anschreiben der GfB verwies auf die Förder-grundsätze des Kinder- und Jugendförderplans NRW, der keine höhere Förderung mehr vorsehe. Bisher hat Familienministerin Schäfer auf die drohende Schließung der Jugend-werkstatt nicht reagiert.
Auch Innenminister Jäger (SPD), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der GfB, scheint die Schließung der Jugendwerkstatt bereitwillig hinzunehmen. Der NRZ gegenüber rechtfertigte er die Schließung mit den Worten: „Wir müssen diesen Schritt machen, wir können uns Aufgaben, die Verluste einfahren, in der kleinen GfB nicht mehr leisten.“ Und kündigte zudem betriebsbedingte Kündigungen innerhalb der GfB an (vgl. http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/gfb-in-duisburg-macht-ihre-jugendwerkstatt-dicht-id6028392.html).

Dieses Verhalten führender Vertreter/innen der Landespolitik überrascht vor allem deshalb, weil die Vermeidung sozialer wie finanzieller gesellschaftlicher Folgekosten durch soziale Problemlagen und die Erhöhung der Chancengerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen durch präventive Sozialpolitik nach Vorgaben von Ministerpräsidentin Kraft (SPD) die Leitli-nie ihrer Landesregierung sein soll. Unter dem Motto „Kein Kind zurücklassen“ kündigt die Landesregierung beständig an, die soziale Infrastruktur auf eine Förderung von Kindern und Jugendlichen hin auszurichten, um diese bei Problemen frühzeitig auffangen zu können, sie zu fördern und ihre beruflichen Qualifikationen auszubauen. Eben hierfür kommt Jugend-werkstätten eine besondere Bedeutung zu.

Die angekündigte Schließung der Jugendwerkstatt in Duisburg-Hochfeld und die Rolle füh-render Vertreter/innen der Landesregierung in dieser Angelegenheit lassen jedoch Zweifel am Willen der Landesregierung aufkommen, jenseits von Hochglanzbroschüren, Werbeauf-tritten und dem x-ten Modellvorhaben, tatsächlich für eine präventive Sozialpolitik einzutreten.

Vorbemerkung der Landesregierung
Das Ziel der langfristigen Umsteuerung von Reparaturausgaben hin zu vorbeugenden Maß-nahmen wird erst erreicht werden können, wenn wir gemeinsam stärker den Lebensweg eines Kindes begleiten und falls nötig aktiv stützen. Natürlich gehört eine städtische Jugend-werkstatt durchaus zu den Instrumenten einer Kommune, um vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen und langfristig Folgekosten zu vermeiden. Aus diesem Grund bietet die Landesre-gierung weiterhin die Möglichkeit, die Jugendwerkstatt seitens des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend Kultur und Sport aus Mitteln des Kinder- und Jugendförderplans zu unter-stützen. Angesichts der angespannten Lage der öffentlichen Haushalte liegt es im kommuna-len Ermessen, über den Einsatz der eigenen knappen Mittel zu entscheiden.

Die Jugendwerkstatt in Duisburg-Hochfeld befindet sich in der Trägerschaft der GfB, die zu 80 Prozent von der Stadt Duisburg gehalten wird.
Im Rahmen der verfassungsrechtlich garantierten kommunalen Selbstverwaltung entscheidet die Stadt Duisburg über die Verwendung ihrer Mittel und somit auch für die Gewährung von (freiwilligen) Zuschüssen. Dabei hat sie die einschlägigen haushaltsrechtlichen und haus-haltswirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die gesetzlichen Bestimmungen des Kin-der- und Jugendförderungsgesetzes des Landes (3. AG-KJHG – KJFöG, insbes. § 8 Abs. 2) zu beachten.

Soweit in der Vorbemerkung zur Anfrage der Eindruck erweckt wird, die GfB habe die Schließung der Jugendwerkstatt beschlossen, kann die Landesregierung dies aus eigener Kenntnis nicht bestätigen. Vielmehr hat der Träger mitgeteilt, dass er auch im Jahr 2012 die Jugendwerkstatt weiterführen will. Ein entsprechender Antrag auf Förderung aus dem Kin-der- und Jugendförderplan liegt der zuständigen Bewilligungsbehörde (Landschaftsverband Rheinland – Landesjugendamt) seit dem 22.12.2011 vor.

1. Mit welchen sozialen wie finanziellen Folgekosten rechnet die Landesregierung bei der Schließung der einzigen Jugendwerkstatt in der Stadt Duisburg?

Vor dem Hintergrund der Vorbemerkung kann nicht beurteilt werden, ob es zu einer Schlie-ßung kommen wird und welche positiven oder negativen Konsequenzen diese haben könnte.

2. Hält der Innenminister Jäger (SPD) den Unterhalt einer Jugendwerkstatt für eine Aufgabe, die Verluste einfährt?
Die Existenz einer Jugendwerkstatt ist aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive ohne Zwei-fel sinnvoll. Die Durchführung dieses Angebots bedarf kommunaler oder sonstiger Zuschüs-se. Vor diesem Hintergrund fördert das Land ergänzend zum Engagement von Kommunen und anderen die Jugendwerkstatt in Duisburg und vergleichbare Einrichtungen. Diese As-pekte schließen jedoch nicht aus, dass die GfB bei ihren Entscheidungen betriebswirtschaft-lichen Grundsätzen folgt.

3. Sieht Ministerpräsidentin Kraft (SPD) im Sinne ihres Konzeptes der Präventiven Sozialpolitik keinerlei Handlungsspielraum um die einzige Jugendwerkstatt in der Stadt Duisburg mit 120.000 Euro aus Mitteln des Landes NRW zu unterstützen?
Es wird auf die Vorbemerkung verwiesen. Im Übrigen wird der vorbeugende Politikansatz von der Landesregierung als ein umfassendes Konzept verstanden, das neben sozialpoliti-schen auch jugend-, familien-, bildungs-, gesundheits-, wirtschafts- und kulturpolitische Ele-mente einschließt. Als Querschnittsaufgabe der Landesregierung bedeutet Vorbeugung im Hinblick auf die Integration von Jugendlichen in die Gesellschaft und Arbeitswelt demnach, Hilfen anzubieten, bevor junge Menschen ohne Schulabschluss und Berufsausbildung ge-blieben sind. Es ist das Ziel, bereits frühzeitig anzusetzen, um Kindern und Jugendlichen eine positive Zukunftsperspektive zu bieten. Auch ein vorbeugender Politikansatz wird es allerdings nicht erreichen können, nachsorgende Angebote vollständig überflüssig zu machen.

4. Welche Anstrengungen hat Familienministerin Schäfer (SPD) unternommen, um die einzige Jugendwerkstatt in der Stadt Duisburg zu retten?
Die Jugendwerkstatt Duisburg Hochfeld wird seitens des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport aus Mitteln des Kinder- und Jugendförderplans gefördert und diese Förderung wird nicht infrage gestellt. Im Übrigen wird auf die Vorbemerkung verwiesen.

5. Welche Anstrengungen hat Innen- und Kommunalminister Jäger (SPD) unternom-men, um die einzige Jugendwerkstatt in der Stadt Duisburg zu retten?
Siehe hierzu die Vorbemerkung sowie die Antwort zu Frage 2 und 4.

30. Januar 2012

Das Grundschulkonzept kommt an: Wege bleiben kurz – Schritte innovativ

In einer Unterrichtung des Landtages hat Schulministerin Sylvia Löhrmann ausführlich dargestellt, was die Landesregierung tut, um die kleine Grundschulstandorte zu sichern.

Fotolia.com by woodapple
Grundschule

Das war eines der Ziele des Schulkonsenses von Grünen, CDU und SPD und war im Oktober vom Landtag als Auftrag an die Regierung verabschiedet worden. In Zukunft werden auch einzügige Grundschulen bestehen bleiben können. Die Bildung von Grundschulverbünden wird erleichtert und durch die Anwendung innovativer Konzepte – z.B. altersgemischter Unterricht – sind weitere Spielräume möglich, damit das Motto „Kurze Beine – kurze Wege“ in NRW auch bei rückläufigen SchülerInnenzahlen weitgehend Bestand haben kann. Verschiedentlich hatte es vor Ort für Unklarheit gesorgt, ob bei Schulverbünden von Grundschulen mit unterschiedlichen Konzepten, die kleineren Teilstandorte gezwungen werden könnten, ihr Konzept aufzugeben. Wir haben das vorgetragen und die Ministerin bestätigte, dass der Erhalt von Standorten nicht zum Ausbremsen innovativer pädagogischer Konzepte führen darf. Für die Vorstellung der Konzepte des Ministeriums und der zugrunde gelegten Berechnungen der Ressourcenausstattung erhielt die Ministerin über Parteigrenzen hinweg Anerkennung. Sie legt eine gute Basis für eine Schulentwicklung vor Ort, die sichert und innovativ ist.

Die Unterrichtung des Parlaments durch Schulministerin Sylvia Löhrmann MdL

Die Rede von Sigrid Beer MdL

Die Eckpunkte des Konzepts

Quelle: Grüne im Landtag

25. Januar 2012

Globus Gesamtschule bald mit Oberstufe

Im März 2011 wollte die CDU u.a. noch die Gobus Gesamtschule schließen. Jetzt arbeitet sie daran eine eigene Oberstufe zu bekommen. Fünfzügig wird sie in das neue Schuljahr starten womit eine Oberstufe gesichert wäre. Eine gymnasiale Oberstufe in einer Gesamtschule vermittelt eine vertiefte allgemeine Bildung, die für ein Hochschulstudium notwendig ist und auf die Berufs- und Arbeitswelt vorbereitet.Der größte Unterschied zum Gymnasium sind die 9 Schuljahre die bis zum Abitur führen während es bei den Duisburgern Gymnasium 8 Jahre sind. Letztendlich ist es immer die Elternverantwortung die entscheidet in welcher Schulform sie ihr Kind anmelden.

24. Januar 2012

Neue Gesamtschulen in Bonn werden inklusiv

Einstimmig unterstützte der Bonner Schulausschuss am 29.11.2011 die Anträge der Marie-Kahle-Gesamtschule und er 5. Bonner Gesamtschule, im Schuljahr 2012-2013 integrative Lerngruppen einzuführen, damit beschreiten alle Gesamtschulen in Bonn den Weg der Inklusion. Auch der bereits mit gemeinsamem Unterricht begonnene erste Jahrgang der 5. Gesamtschule wird damit so verändert, dass mindestens zwei neue Plätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf entstehen und in den Integrationsklassen Doppelbesetzung im Unterricht nicht mehr die Ausnahme bleibt.

 

Quelle: GEW Stadtverband Bonn

23. Januar 2012

Die Lehrer entscheiden noch immer über die Schulkarriere

Die rot-grüne Minderheitsregierung hat die verpflichtende Grundschulempfehlung abgeschafft – trotzdem entscheiden in NRW nach wie vor die Grundschullehrerinnen darüber, ob ein Kind nach der vierten Klasse eine Hauptschule, eine Realschule oder das Gymnasium besucht. Obwohl die rot-grüne Minderheitsregierung die verpflichtende Grundschulempfehlung abgeschafft hat, entscheiden in NRW nach wie vor die Grundschullehrerinnen darüber, welche Schulform ein Kind nach der Grundschule besucht.

Dies hat eine WAZ-Befragung von Schulen und Verbänden ergeben. Zwar dürfen Schulen ein Kind aufgrund des Grundschulgutachtens nicht mehr ablehnen. Faktisch aber werden in Einzelgesprächen die Eltern so lange „überzeugt“, bis sie eine andere Schulform suchen. „Die Schulleiter führen in der Regel intensive Gespräche“, sagt Udo Beckmann, Vorsitzender des Lehrerverbandes Bildung und Erziehung, „die Eltern klar machen, dass das Kind mit einer Hauptschulempfehlung wahrscheinlich auf der Realschule überfordert ist.“ Auch die Grundschulexpertin der Lehrergewerkschaft GEW, Rixa Borns, berichtet von dieser Praxis.

Es ist noch nicht lange her, da herrschte bereits in den dritten Grundschulklassen Panik. Eine Drei im Diktat, eine Mathearbeit versemmelt, bei der Vera-Vergleichsarbeit die Aufgaben nicht kapiert – war es das nun mit dem Gymnasium? In den Jahren 2006 bis 2010 entschieden schließlich die Grundschullehrerinnen mit ihren Gutachten über die Schullaufbahn ihrer Schülerinnen und Schüler. Wenn „Realschule“ auf der Empfehlung stand, mussten die Eltern ihren Kindern mit dem dreitägigen Prognose-Unterricht ein aufwendiges Testverfahren zumuten, wenn sie dennoch den Besuch auf einem Gymnasium durchsetzen wollten.

Die rot-grüne Minderheitsregierung beendete 2010 die Macht der Grundschullehrer. Der Elternwille sollte entscheidend sein bei der Wahl der Schulform. Seitdem dürfen sie kein Kind mehr ablehnen, weil es ihnen aufgrund der Grundschulbeurteilung als nicht geeignet erscheint für das Gymnasium oder die Realschule.

Gewerkschaft: „Mitunter wird den Eltern Angst gemacht“
Herrscht nun Anarchie? Stürmen Schüler mit Hauptschulempfehlung Realschulen und Gymnasien? In der Tat wird der Andrang vermeintlich nicht geeigneter Kinder an den höheren Schulformen größer. Für viele Schulen ändert sich aber wenig – weil sie Eltern so lange beraten, bis sie ihr Anliegen zurückziehen und ihr Kind an einer anderen Schule anmelden.

Zum Beispiel beim Oberhausener Elsa-Brändström-Gymnasium, eine Schule, die aufgrund ihrer Montessori-Pädagogik und Begabtenförderung einen guten Ruf hat. Dort spricht die Schulleiterin Brigitte Fontein mit Eltern und Kindern, weist auf die Risiken hin und warnt vor Überforderung. „Eltern merken dann in der Regel, dass der Besuch des Gymnasiums schwierig werden könnte und entscheiden sich für eine andere Schulform“, sagt Brigitte Fontein.

Die Essener Elsa-Bränd­ström-Realschule ist stolz auf ihr hohes Niveau, zu dem auch bilingualer Unterricht gehört. Mit Hauptschulempfehlung sei das kaum zu schaffen, sagt der stellvertretende Leiter der Schule, Andreas Roy-Werner. Dort laufe die Beratung darauf hinaus, Eltern und Kindern die Haupt- oder Gesamtschule nahe zu legen.

Bei diesen Gesprächen werde den Eltern mitunter auch Angst gemacht, glaubt allerdings Rixa Borns, Landesvorsitzende der Fachgruppe Grundschule der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. „Sie haben dann das Gefühl, ihr Kind habe ohnehin keine Chance, die Erprobungsstufe zu überstehen,“

Das Niveau soll bleiben
In der Tat wollen Gymnasien und Realschulen mit ihrer Beratung erreichen, dass sie ihr Niveau halten. So bezeichnet der Vorsitzende des Westfälisch-Lippischen Lehrerverbandes, Rüdiger Käuser, die Beratung an den Schulen als durchaus erfolgreich: „Die Freigabe des Elternwillens hat an Gymnasien unterm Strich zu keiner wesentlichen Veränderung der Schülerstruktur geführt.“ Allenfalls in ländlichen Regionen mit wenigen Alternativen komme es öfter vor, dass Eltern trotz anderer Empfehlung ihr Kind unbedingt aufs Gymnasium schicken wollen, sagt der Schulleiter des Siegener Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums.

Mitunter setzen sich aber auch Eltern durch, und zwar erfolgreich: „Einige Kinder entwickeln sich tatsächlich besser, als wir es erwartet haben“, räumt Schulleiterin Brigitte Fontein ein. Manche seien eben Spätstarter. Meistens seien die Erfahrungen aber andere, sagt sie – weshalb sie sich von beratungsresistenten Eltern unterschreiben lasse, sie seien auf das Risiko hingewiesen worden, dass das Kind das Gymnasium eventuell wieder verlassen müsse.

Barbara Wiesemann, Leiterin der Annette-von-Droste-Hülshoff-Realschule in Bochum, erzählt von ihren schlechten Erfahrungen. Im vergangenen Jahr hatte sie Kinder mit Hauptschulempfehlung aufgenommen. Leider hätten manche nicht die Förderangebote der Schule angenommen. „Ich würde mir wünschen, dass die Grundschulempfehlung wieder verbindlich wird“, sagt sie nun. Norbert Schwarzkopf, Leiter der Lessing-Realschule in Gelsenkirchen, musste 2011 ein Drittel Schüler mit Hauptschul- oder eingeschränkter Realschulempfehlung aufnehmen. „Für mich sind die Empfehlungen kein Evangelium. Aber tendenziell sind sie meist richtig. Wir können nur appellieren und beraten.“

Juristisch zählt nur das Losverfahren
Und was tun, wenn es mehr Bewerber als Plätze an einer Schule gibt? „Das einzige juristisch haltbare Verfahren ist das Losverfahren“, erklärt der Bochumer Schulverwaltungsamtsleiter Ulrich Wicking. „In Zeiten der Inklusion kann ich nicht jemanden ablehnen, weil er die falsche Empfehlung hat.“ Harald Willert, Sprecher der Schulleitervereinigung NRW, präzisiert: „Jedes Kind hat Anspruch auf einen Platz in der Schulform, aber nicht in der Schule seiner Wahl.“

Direktorensprecher Rüdiger Käuser warnt in dem Zusammenhang vor einem Abschulungsverbot, wie es derzeit diskutiert wird. „Wenn wir Kinder, die bei uns nicht mitkommen, nicht rechtzeitig an eine Realschule weiterleiten dürfen, kann es passieren, dass sie am Ende ohne jeden Abschluss abgehen müssen. Wer den Elternwillen zum Maßstab macht, solange Gymnasien bei ihren Strukturen bleiben, muss das bedenken.“

Sibylle Raudies, Birgitta Stauber-Klein Der Westen.de

20. Januar 2012

Bildung in Zahlen Von Frank Vollmer

In Zeiten von Pisa-Untersuchungen, Bundesländervergleichen und Schul-Rankings mag der Hinweis hilfreich sein, dass sich die Qualität von Schule nicht restlos nach nackten Zahlen beurteilen lässt.

Gespartes Geld und gesparte Zeit sind kein hinreichendes Kriterium für gute Bildung. Eltern und Schüler, die unter der dilettantischen Einführung des "Turbo-Abiturs" litten, werden das gern bestätigen.
Umso mehr lässt die Entscheidung der nordrhein-westfälischen Schulministerin Sylvia Löhrmann aufhorchen, die sich gegen den Landesrechnungshof stellt und ihren eigenen Erlass rückgängig macht, dass am Halbjahres-Zeugnistag bis zur Mittagsglocke Unterricht erteilt werden muss. Löhrmanns Signal, nicht wegen drei Unterrichtsstunden pro Jahr weiteren Frust an den Schulen zu produzieren, verdient Respekt – ebenso wie die Offenheit, mit der die Ministerin einen Fehler eingesteht.
Dass oft schon mit den Zeugniskonferenzen der Unterrichtsbetrieb praktisch kollabiert, steht auf einem ganz anderen Blatt. Das Problem dürfte aber durch Erlasse kaum in den Griff zu bekommen sein. Gute Schulausbildung erweist sich da einmal mehr als Einstellungsfrage – in diesem Fall mindestens so sehr aufseiten der Lehrer wie der Schüler.
Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion
Telefon: (0211) 505-2303

17. Januar 2012

Eltern sorgen an St. George’s School für lange Staus

Teilweise chaotische Verkehrszustände herrschten in der ersten Woche nach dem Teilumzug der St. George’s School von den beiden Standorten in Wanheimerort nach Ungelsheim. Zwischen 15 und 15.30 Uhr gab es an jedem Tag fast kein Durchkommen mehr auf der Straße Am Neuen Angerbach, da Eltern dann mit ihrem Fahrzeug ihre Kindergarten- und Schulkindern von der Privatschule abholten. Danach ist der Spuk wieder vorbei, fließt der Verkehr normal. Richtung Mündelheimer Straße gibt es Rückstaus bis zum XXL-Sportcenter.

„Die Eltern müssen halt auch noch lernen. Ich gehe davon aus, dass sich das in Zukunft einspielen wird“, so Projektleiter Udo Großmann von der St. George’s School. Wie berichtet, sind nach den Ferien rund 350 Kinder, etwa die Hälfte der geplanten Sollzahl, in die teilweise umgebaute sowie neu gebaute Schule in Ungelsheim umgezogen.

Großmann führt die angespannte Verkehrslage zu den Zeiten des Schulschlusses nicht nur auf die ungewohnten Wege für die Eltern zurück, sondern auch auf die Tatsache, dass der große Lehrerparkplatz, geplant sind rund 90 Stellplätze, noch nicht komplett nutzbar ist, da auf der neu gepflasterten Fläche noch überall Sand liege.

Vor allem der „Kiss-and-Ride-Bereich“ direkt vor der Schule, hier können die Eltern vorfahren und in einem Einbahnstraßensystem neben der Straße Am Neuen Angerbach die Kinder ein- oder aussteigen lassen, sorgt für lange Rückstaus auf der Straße. Genervte Eltern stellen dann kurzerhand ihre Autos – auch in falscher Fahrtrichtung – auf beiden Straßenseiten ab und sorgen für zusätzliche Hindernisse. Die Schule gibt sich alle Mühe dem Ansturm der vielen Autos Herr zu werden, hat am Freitag sogar eigene Ordner sowie Lehrer dazu abgestellt, die Kinder schneller in die Autos der Eltern zu bekommen.

„Ich habe vom Minigolfplatz zu meinem Haus auf der Braunlager Straße eine gute halbe Stunde gebraucht, so verstopft war die Straße“, teilt ein Anwohner im Gespräch mit der Redaktion mit. Und sein Ärger über die neuen Nachbarn geht auch weiter. „Uns hat man bei der Informationsveranstaltung in den Räumen des Arbeiterwohlfahrt-Treffpunktes damals zugesichert, dass die Baustelle nur von der Straße Am Neuen Angerbach angefahren wird. Dies war aber gar nicht der Fall, der Bauverkehr sorgte für ständigen Ärger auf der Braunlager Straße“,so der Anwohner weiter. Er berichtet von einem weiteren Ärgernis: „Da haben ausländische Bauarbeiter teilweise in ihren Autos geschlafen. Nachts wurden dann die Türen geschlagen, wenn die Arbeiter auf die Toilette mussten.“

Hatte sich Stuart Horton, Geschäftsführer der Privatschule, bei der Informationsveranstaltung noch auf eine gute Nachbarschaft mit den Anwohnern gefreut, so scheint diese nun mehr als erste Risse bekommen zu haben.

Statikprobleme an den alten Gebäuden, die entkernt wurden, haben dazu geführt, dass die St. George’s School nicht wie geplant komplett nach den Ferien umziehen konnte.

Die Anwohner rund um die Schule rechnen mit weiteren Belastungen, wenn auch die restlichen Schüler – derzeit sind der Kindergarten und die unteren Klassen bereits umgezogen – in der neuen Schule Quartier beziehen.

Quelle: WAZ

Florian Müller

9. Januar 2012

Wieder Sing-Day in Duisburg

Der Sing-Day, einer der schönsten Erfolge im Kulturhauptstadtjahr, soll in diesem Sommer in 50 Städten und Gemeinden der Ruhr-Region wiederholt werden. Auch Duisburg ist dabei. Am 12. Januar gibt es Infos im CityPalais. Der !SING – DAY OF SONG 2012 steht in den Startlöchern für seine Neuauflage im Juni 2012, und alle singen mit: In rund 50 Städten sind bereits Veranstaltungen geplant, renommierte Kooperationspartner bringen sich ein, Theater, Bühnen und Veranstaltungshäuser feilen an ihrem Beitrag für den !SING – DAY OF SONG 2012.

Nicht nur Chöre, auch alle Einzelsänger aus Leidenschaft lassen es am Samstag, 2. Juni 2012 aus allen Gassen, Häusern und Hallen klingen: "Verbindung durch Gesang" heißt das Thema für den zweiten !SING – DAY OF SONG, der an den Erfolg im Kulturhauptstadtjahr anknüpft. Mehr als 10 000 Sänger sind schon jetzt dabei, und von Unna bis zum Niederrhein wird nach kuriosen Orten für außergewöhnliche Gesangseinlagen gefahndet: "Verbindung durch Gesang", heißt das Motto des zweiten Gesangsfestivals in der Metropole Ruhr, das nun unter der Trägerschaft der Ruhr Tourismus GmbH steht. Einen besonderen Schwerpunkt bildet 2012 das Singen mit Kindern. Für die Kita- und Kindergartenkinder gibt es ab Ende Januar ein eigenes Liederbuch, das ab sofort per Anmeldung kostenlos bestellt werden kann. Für Grundschüler gibt es ab Mitte Januar ein eigenes Liederangebot, das an alle angemeldeten Schulen als Kopiervorlage verschickt wird, inklusive Hörbeispiele. Auch hier müssen sich Schulen vorher anmelden.

7. Januar 2012

Bisher 51 Sekundarschulen in NRW gemeldet

Jede achte Kommune in NRW will zum neuen Schuljahr im Sommer eine Sekundarschule einrichten. Das Schulministerium gab bekannt, den Bezirksregierungen lägen 51 Anträge vor. Da teilweise bis zu drei Kommunen gemeinsam eine Schule gründen wollen, sind insgesamt 56 Städte und Gemeinden beteiligt. Aus unserer Region haben Monheim, Kleve, Dinslaken, Kamp-Lintfort, Alpen, Jüchen, Straelen/Wachtendonk und Issum/Kerken Anträge bei der Bezirksregierung Düsseldorf gestellt.

Die meisten Anträge (18) kommen aus dem Regierungsbezirk Arnsberg, je neun aus den Bezirken Düsseldorf und Köln, acht aus Detmold und sieben aus Münster. Nur sieben Sekundarschulen sollen in Großstädten entstehen (Dortmund, Hamm, Gelsenkirchen, Münster, Essen, zweimal Bochum). Die Sekundarschule ist Kern des Schulkompromisses, den SPD, Grüne und CDU im Sommer geschlossen hatten. Zur Einrichtung sind mindestens drei Klassen zu je 25 Schülern nötig. Bis zur sechsten Klasse lernen alle Kinder gemeinsam; danach kann nach Leistung oder Bildungsgängen differenziert werden. Viele Sekundarschulen entstehen anstelle bestehender Haupt- und Realschulen. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) zeigte sich erfreut, “dass sich so viele Kommunen auf den Weg machen”: “Hier zeigt sich, dass der Schulkonsens genau den richtigen Weg geebnet hat.” Die Anträge müssen noch von den Bezirksregierungen bearbeitet und vom Ministerium genehmigt werden. Zum Beginn der Anmeldungen im Februar sollen aber alle Kommunen Klarheit haben, ob die Schulen starten können. Zudem wollen 21 Kommunen neue Gesamtschulen einrichten. Ihre Gründung ist im “Schulfrieden” erleichtert worden. In der Region sind Kleve und Willich dabei. Quelle: RP

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