11. November 2011
Obwohl durch die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur in weniger Zeit derselbe Stoff gelernt werden muss, soll mit dem neuen Konzept Raum für individuelles Lernen bleiben.
Zusätzlich zu den Pflichtfächern wird es ab der 5. Klasse künftig Neigungskurse geben. Hier werden Bereiche der Pflichtfächer unterrichtet, die sonst keinen Platz im normalen Unterricht haben. Für die naturwissenschaftlich Interessierten wird es zum Beispiel Roboter- oder Mikroskopierkurse geben. Es kann mehr Sport gemacht oder Theater gespielt werden. Schwächere Schüler können in diesem Bereich auch verstärkt Förderkurse besuchen. Diese Angebote werden in den normalen Schulvormittag integriert und finden nicht nur im AG-Bereich statt. Das Landfermann-Gymnasium bleibt weiterhin die einzige Duisburger Schule, an der man Latein schon ab der 5. Klasse lernen kann.
10. November 2011
“Wie im Zusammenhang mit der so genannten ´Hamster-Affäre` eine Lehrkaft an den Pranger gestellt wird, ist ungeheuerlich”, kommentiert Brigitte Balbach, Vorsitzende von lehrer nrw, die Vorgänge an der Dortmunder Johann Gutenberg Realschule. “Der Arnsberger Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann lässt zu, dass eine Lehrerin öffentlich gebrandmarkt wird. Er inszeniert sich als Kindesbeschützer, trifft sich höchstpersönlich mit den Eltern – aber mit der beteiligten Lehrerin haben bis jetzt weder er noch der zuständige Abteilungsleiter der Bezirksregierung gesprochen.
Von Beachtung der Mitbestimmung, die der Landesregierung angeblich so wichtig ist, keine Spur. Der Regierungspräsident hat eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Lehrkräften. Die hat er im vorliegenden Fall eklatant verletzt”, erklärt Balbach.
Die Bezirksregierung räumt ein, dass widersprüchliche Darstellungen seitens der Beteiligten vorliegen, gibt aber gleichzeitig Pressemitteilungen heraus, die die Mobbing-Vorwürfe noch befeuern (Überschrift: “Kinder dürfen nicht gemobbt werden”). Die Schilderung der betroffenen Lehrkraft von den Vorfällen widerspricht der Darstellung des Kindes und seiner Eltern erheblich. Fakt ist, dass es sich hier um einen Akt der Tierquälerei handelt, dem nachgegangen werden muss. “Auch unter Berücksichtigung von Zeugenaussagen kommen wir zu dem Schluss, dass sich die Lehrerin korrekt verhalten hat und die Mobbing-Vorwürfe haltlos sind”, sagt Balbach.
“Ministerpräsidentin Hannelore Kraft muss die Angelegenheit zur Chefsache machen. Hier wird eine Lehrkraft in unverantwortlicher Weise einer regelrechten öffentlichen Hinrichtung preisgegeben. Wir fordern die Ministerpräsidentin auf, diesen Regierungspräsidenten zu entpflichten. Denn statt seiner Fürsorgepflicht nachzukommen, profiliert dieser sich öffentlichkeitswirksam auf dem Rücken seiner Lehrkräfte.”
9. November 2011
Die Schulverwaltungsexperten halten es angesichts der Schülerzahlen-Entwicklung für notwendig, spätestens zum Schuljahr 2013/14 in Meiderich die Gemeinschaftsgrundschulen Koopmannstraße und Karolinenstraße zusammenzulegen.
In der Innenstadt steht die Grundschule Wrangelstraße zur Disposition, allerdings ist entscheidend, ob die Grundschule Obermauerstraße im Zuge der Planungen für das Mercator-Quartier (Gelände ehemalige Berufsschule am Rathaus) bleiben kann oder gehen muss. Vor der akuten Auflösung stehen die Hauptschulen Anne-Frank und In den Haesen sowie die Emil-Rentmeister-Schule.
Sowohl bei den Realschulen wie auch bei den Gesamtschulen und Gymnasien sieht die Bildungsholding kurzfristig keinen Handlungsbedarf. Bei den Berufskollegs soll durch Absprache mit Nachbarkommunen an einer gleichmäßigeren Verteilung der Schüler gearbeitet werden. Denn an diesen Einrichtungen in Duisburg werden heute viele Jugendliche unterrichtet, die zum Beispiel in Städten der Nachbarkreise wohnen.
Quelle: Rheinische Post
8. November 2011
Was war passiert? Ein zehnjähriges Mädchen soll von ihrer Klassenlehrerin als Tierquälerin beschimpft worden sein, weil sie einen Hamster mit in den Unterricht gebracht hatte.
Das Mädchen der fünften Klasse einer Dortmunder Realschule wurde gebeten, am ersten Tag an ihrer neuen Schule, etwas mitzubringen, das ihnen besonders am Herzen liegt. Für die Zehnjährige war klar, dass es nur eines gab, nämlich ihren Goldhamster. Den, so das Mädchen habe sie in der Grundschule auch bei solchen Anfragen mitgenommen. Die Lehrerin war davon nicht sonderlich begeistert.
Dennoch brachte das Mädchen seinen Hamster am nächsten Tag mit in die Schule – das Kind hatte sie offenbar nicht richtig verstanden. Die Lehrerin soll daraufhin die Beherrschung verloren haben. Angeblich warf sie der Zehnjährigen Tierquälerei und Verlogenheit vor und warf sie aus dem Unterricht. Sie solle sofort ihre Sachen packen und nach Hause gehen. Weil das Mädchen gerade erst mit ihrer Familie nach Dortmund gezogen war, kannte sie den Heimweg noch nicht genau und irrte stundenlang umher, bis sie schließlich im 6,5 Kilometer entfernten Elternhaus ankam.
Am nächsten Schultag sollten ihre Mitschüler Aufsätze über die vermeintliche Tierquälerei schreiben. Die Zehnjährige habe sich neben die Lehrerin setzen und sich die Geschichten ihrer Klassenkameraden anhören müssen, berichten Familienangehörige. Das Mädchen sei anschließend weinend nach Hause gekommen. Seine Eltern wandten sich an die Schulaufsichtsbehörde, die den Fall derzeit prüft. Während das Mädchen die Schule gewechselt hat, unterrichtet die Lehrerin vorläufig weiter.
Hier hätte die Schulleitung gemeinsam mit der Schulaufsicht eingreifen müssen und die Lehrern bis zur Aufklärung vom Unterricht mit Kindern freistellen sollen.
1. November 2011
Süßes oder Saures: Früher beging man noch den Reformationstag, doch seit einigen Jahren ist der 31. Oktober auch in Deutschland Halloween-Tag. Was hat es mit dem Fest auf sich? Von Carsten Heidböhmer
Für ältere Semester ist es ein obskurer, aus den USA importierter Brauch. Für Kinder, Jugendliche und inzwischen immer mehr Erwachsene dagegen ein willkommener Anlass zum Feiern. An Halloween verkleidet man sich inzwischen auch in Deutschland und zieht mit dem Spruch “Süßes, sonst gibt’s Saures” von Haus zu Haus. Woher kommt der Brauch – und wie zum Kürbis kam er bloß nach Deutschland?
Wo ist der Brauch entstanden?
Seinen Ursprung hat das Halloween-Fest in Irland. Nahm man lange Zeit an, Halloween habe seine Wurzeln in einem alten keltischen Erntedank-Brauch, geht die Wissenschaft heute von einem rein christlichen Ursprung aus. Über ausgewanderte Iren gelangte der Brauch im 19. Jahrhundert in die USA. Dort kam dann der für Halloween typische Kürbis ins Spiel, und es entstand die Sitte, dass Kinder von Haus zu Haus ziehen und um Süßigkeiten bitten – oder mit Streichen drohen.
Der Name leitet sich von “All Hallows’ Eve” an – dem Abend vor Allerheiligen. Verkürzt wurde daraus mit der Zeit “Halloween”.
In den USA ziehen die Kinder von Haus zu Haus und rufen: “Trick or Treat”. Übersetzt hieße das: Gebt uns eine Leckerei (Treat), sonst spielen wir euch einen Streich (Trick)? In Deutschland sagen die Kinder “Süßes, sonst gibt’s Saures” – was im Prinzip genau das Gleiche meint.
Halloween tauchte hierzulande verstärkt Ende der 90er Jahre auf, wie
Walter Grünzweig, Professor für Amerikanistik an der TU Dortmund, erläutert. Es fing zunächst harmlos an: Zeitschriften und Magazine veröffentlichten erste kurze Artikel über das neue Phänomen. Dann rollte Halloween wie eine Lawine übers Land. Immer mehr Kneipen und Süßwaren-Hersteller hätten sich auf diesen Trend eingestellt. Die breite Masse feiert Halloween in Deutschland aber erst seit dem neuen Jahrtausend.
Das behauptet zumindest die “Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie (DVSI)”. Sie erhebt für sich den Anspruch, Halloween im Alleingang nach Deutschland gebracht zu haben. Die Fachgruppe entstand, nachdem 1991 wegen des Golfkriegs der Karneval abgesagt wurde, was den Kostümherstellern brutale Einbußen bescherte. Um neue Anlässe zu schaffen, startete die Gruppe 1994 eine Kampagne zur Einführung des amerikanischen Brauchs.
Die Kampagne war offenbar erfolgreich: Nach Angaben des Branchenmagazins “Werben und Verkaufen” werden allein in Deutschland in diesem Jahr mit Halloween 200 Millionen Euro umgesetzt. Tendenz: rasant wachsend. Für die Süßwarenindustrie ist das Gruselfest nach Auskunft des Bundesverbandes das drittwichtigste Ereignis des Jahres nach Weihnachten und Ostern. Und auch die Event-Gastronomie ist auf diesen Zug aufgesprungen und sorgt mit Halloween-Partys für volle Häuser.
Dass die Industrie einem Brauch zum Durchbruch verhilft, ist nicht ungewöhnlich. So etwas hat es in der Geschichte schon einmal gegeben: In den 20er Jahren hat etwa der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber den Muttertag in Deutschland mit Plakaten “Ehret die Mutter” durchgesetzt.
Gunther Hirschfelder, Professor für Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg, erforscht das Thema Halloween seit langem. Die “Fachgruppe Karneval” ist ihm bislang noch nicht untergekommen. Er sieht den Grund für den Erfolg vor allem in dem gesellschaftlichen Bedarf an neuen Bräuchen. “Der Mensch als soziales Wesen sehnt sich nach Traditionen, die sein Leben strukturieren”, so Hirschfelder. Halloween fülle ein kulturelles Vakuum, das in den 90er Jahren entstanden sei: Christliche Feiertage verlören schon seit längerem an Bedeutung, die Globalisierung trage zu einem Schwinden von regionalen Traditionen bei. In diese Lücke drängen Valentinstag, Muttertag, große Sportereignisse und eben Halloween. All diese Feiern haben nach Ansicht des Kulturwissenschaftlers eines gemein: Sie sind unverbindlich, sollen Spaß machen und es gibt ein kommerzielles Interesse. Der Amerikanist Grünzweig sieht eine weitere Lücke, die von Halloween gefüllt wurde: Zwischen den Sommerferien und Karneval habe es vorher keinen Anlass für ein Fest gegeben.
Welche Rolle spiele das Fernsehen dabei?
Warum sich gerade Halloween etabliert hat, und nicht ein anderer Brauch, erklärt erklärt Gunther Hirschfelder mit dem Aufkommen des Privatfernsehens Mitte der 80er Jahre: Die privaten Kanäle hätten verstärkt Hollywood-Filme gezeigt, die zuvor im öffentlich-rechtlichen Programm keine Chance gehabt haben, Gruselschocker wie “Halloween” zum Beispiel. Dadurch seien die Deutschen mit diesem Fest vertraut geworden. Neue Bräuche werden heutzutage vorrangig von Fernsehen oder dem Internet vermittelt.
Sind die Symbole wichtig?
Die klare Symbolik ist ein weiterer Grund für den schnellen Siegeszug von Halloween: Der Kürbis ist ein starkes Zeichen, bei dem jeder sofort an Halloween denkt. Und: Er passt in die gesellschaftliche Entwicklung, die von sakraler hin zu jahreszeitlicher Symbolik geht. Viele Schaufenster und Wohnungen sind im Herbst mit Blättern und Kürbissen geschmückt.
Quelle: Stern