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Blog der Stadtschulpflegschaft Duisburg - Die Elternvertretung in der Stadt Duisburg

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29. November 2011

In Duisburg gibt es bald nur noch zwei Wege zum Abi

Die Schullandschaft in Duisburg steht vor einer historischen Wende. Grundschüler nach der 4. Klasse werden künftig nur noch zwischen zwei Bildungswegen für ihre weiterführende Schullaufbahn wählen können.

Die Schullandschaft in Duisburg steht vor einer historischen Wende. Grundschüler nach der 4. Klasse werden künftig nur noch zwischen zwei Bildungswegen für ihre weiterführende Schullaufbahn wählen können: Auf der einen Seite das altbekannte Gymnasium, auf der anderen Seite das so genannte integriertes Schulsystem, mit der gut bekannten Gesamtschule und der neue Schulform, der „Sekundarschule“, die ab 2014 hinzukommen wird.

Die ungeliebten Hauptschulen, aber auch die zehn städtischen Realschulen werden in den kommenden sechs bis acht Jahren wegfallen und zu „Sekundarschulen“ umgewandelt – mit Durchstiegsmöglichkeit zum Abitur.

Duisburger Schulkonsens

Die neue „Sekundaschule“ wird eine reine Schule der Sekundarstufe 1 sein, die über keine eigene Oberstufe (SII) verfügt, die aber mit umliegenden Oberstufen fest kooperieren muss. Darauf haben sich jetzt alle politischen Parteien in Duisburg geeinigt. Einzig die FDP ist bei diesem geräuschlos zustande gekommenen „Duisburger Schulkonsens“ noch nicht dabei – sie befindet sich noch in der Phase des Nachdenkens. Aber die Schulpolitiker der übrigen Parteien bekennen sich mit einem gemeinsam und aktuell verfassten Arbeitsauftrag an die Schulverwaltung dazu, dass die „zukünftige Duisburger Schullandschaft in Form eines Zwei-Säulen-Modells“ (um-)gestaltet werden soll.

Der Hintergrund für die Neuaufstellung sind landesweit (wie auch in Duisburg) die dramatischen Anmelderückgänge bei den Hauptschulen und der erklärte Elternwille in Form einer steigenden Nachfrage nach höherwertigen Schulabschlüssen. Und Hintergrund ist zudem der in NRW im Sommer landesweit aushandelte Schulkonsens der Parteien. Die Umgestaltung soll in einem Konsens zwischen Stadt, Schule und Eltern vollzogen werden; es soll bei allen Standorten, die zur neuen Sekundarschule umgewandelt werden, zuvor eine Elternbefragung geben.

Inklusion und Interkulturalität

Das integrierte System, das seine Schülerschaft über einen Zeitraum von neun Schuljahren zum Abitur führen wird, hat sich auch die Aufgaben „Inklusion“ (gemeinsamer Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Schülern) und Interkulturalität (Lernen unter Berücksichtigung verschiedener Kulturen ) auf die Fahnen geschrieben. Die Schulform Gymnasium wird weiterhin als G8-Schule die Schülerschaft in acht Jahren zum Abi bringen.

Frühestens im übernächsten Jahr, also ab Sommer 2013/14 wird in Duisburg die erste neue Sekundarschule in Betrieb gehen. Wo und unter Einbeziehung welcher aufgegebener Haupt- und Realschulen wird jetzt Planungsaufgabe der Bildungsholding sein. Sie wird am kommenden Donnerstag den gemeinsamen Antrag der Parteien und Fraktion überreicht bekommen.

Zeitplan für alle Bezirke

Sie muss dann im Februar des kommenden Jahres dem Schulausschuss des Rates einen konkreten Zeitplan vorlegen, aus dem deutlich wird, wann und wo Zug um Zug und flächendeckend in den Stadtbezirken die neue Schulform errichtet werden soll.

Stefan Endell

 

 

28. November 2011

Stadt will die Elternbeiträge im offenen Ganztag erhöhen

In einer Beschlussvorlage schlägt die Verwaltung der Stadt Duisburg vor, die Elternbeiträge zum Haushaltssicherungskonzept 2010 zu erhöhen. Die Vorlage heißt: Freiwillige Leistungen aufgrund eines Gremienbeschlusses; Freiwillige Leistung “Staffelung und zentraler Einzug der Elternbeiträge für die Offene Ganztagsgrundschule” mit der lfd. Nr. gem. DS 11-1086: 49

Es besteht keine Möglichkeit, den kommunalen Eigenanteil durch eine Kündigung der Kooperationsverträge zwischen Stadt und Maßnahmenträgern einzusparen, da dieser in der Höhe per Erlass festgelegt wurde.

Eine Reduzierung des kommunalen Eigenanteils von derzeit 706.600 kann lediglich durch die Anhebung der Elternbeiträge erfolgen. Bisher war es so, dass Gespräche zur Erhöhung des Elternanteils im Arbeitskreis Offener Ganztag diskutiert wurden um ein Meinungsbild der betroffenen Mitglieder z.B. Träger, Lehrervertreter, Stadtschulpflegschaft usw. zu bekommen. Mit diesem Vorgehen geht die Verwaltung von diesem Konsensgedanken ab. Wir fordern die Mitglieder des Schulausschusses auf,  diesen Tagungsordnungspunkt in die nächste Sitzung zu verschieben um eine Meinungsbildung im Ak zu gewährleisten.

Beschlussvorlage

26. November 2011

Vorwürfe gegen Schulen beim Bildungsstreik

 

Empört ist die Schülerinitiative „Bildungsbewegung Duisburg” über die Reaktionen einiger Duisburger Schulen im Nachklang der Demonstration im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks am 17. November: „Eine Woche danach sind wir zutiefst schockiert, dass nun genau den Schülern, die sich für ihre Rechte engagiert haben, Strafen drohen.

Auf der Demonstration seien Teilnahmebestätigungen verteilt worden, als Nachweis der Teilnahme an der Protestaktion. Die Bestätigungen verweisen auf das im Grundgesetz verankerte Recht auf Demonstrationsfreiheit und berufen sich auf den Bildungs- und Erziehungsauftrag des Schulgesetz NRW, nach dem Schüler fähig gemacht werden sollten verantwortlich am Leben teilzunehmen und dieses selbst zu gestalten.



Diese Teilnahmebestätigungen werden nun von einigen Schulen nicht angenommen, teilweise werden Schüler sogar im nachhinein für ihr Engagement bestraft, sagt die Schülerinitiative.

Anwesenheitspflicht während der Schulzeit

Die Initiative fordert von den Schulleitungen des Mercator -Gymnasiums, des Steinbart -Gymnasiums, der Gustav-Stresemann-Realschule, des Landfermann-Gymnasiums, der Gesamtschule Emschertal, der Gesamtschule Meiderich und der Bronkhorstschule Meiderich eine Entschuldigung. Außerdem sollten Schüler nicht weiter bedroht und bestraft werden.

Leon Wystrychowski, Pressesprecher der „Bildungsbewegung Duisburg” erklärt, dass der Initiative erschreckende Fälle bekannt seien: Nachsitzen, „Sozialstunden“, Vermerke in Zeugnissen gehörten zu den Strafen für Schüler, die an der Demonstration teilgenommen hatten. Wystrychowski: „Am Steinbart-Gymnasium wurde im Vorhinein sogar das Gerücht verbreitet, die Demonstration sei illegal!”

Das sei allerdings kein Gerücht, so der stellvertretende Schulleiter des Steinbart-Gymnasiums, Ralf Buchthal. Die Schule habe den Erlass des NRW-Schulministeriums aus gehangen, in dem darauf hingewiesen wird, dass Schüler während der Schulzeit eine Anwesenheitspflicht haben und erst nach Schulschluss demonstrieren dürfen.

Fehlstunden zählen als Unentschuldigt

„Es ist ein Dienstvergehen, wenn ich den Schülern erlaube, während der Schulzeit zu demonstrieren“, so Buchthal gegenüber der NRZ. Allerdings seien Schüler weder bedroht noch bestraft worden: „Die Stunden zählen als unentschuldigt. Damit ist die Sache vom Tisch.“

Ähnlich reagierte Bernd Beckmann, Leiter der Gesamtschule Meiderich auf Anfrage der NRZ. Eine Schülerin habe im Vorfeld gefragt, ob sie an der Veranstaltung teilnehmen könne. Das sei mit Blick auf den Erlass des Schulministeriums verneint worden. Nach der Veranstaltung habe ihn ein Kollege angesprochen, weil zwei bis drei Schüler, anstelle der unentschuldigten Fehlstunden lieber an der Schule helfen wollten. „Dieses Angebot habe ich angenommen“, so Beckmann. Damit sei für ihn das Thema erledigt.

Auch Christoph Hönig, Leiter der Gesamtschule Emschertal verwahrt sich gegen die Vorwürfe: „Keiner unserer Schüler musste „nachsitzen“, weil er sich an dem Streik beteiligte. Ebenso unwahr ist, dass einem Streikteilnehmer eine „Klassenkonferenz“ droht. Ordnungsmaßnahmen werden durch den Schulleiter nach vorheriger Anhörung der Beteiligten verhängt oder von Lehrerkonferenzen beschlossen, zu denen der Schulleiter einlädt. Nichts davon ist hier geschehen oder geplant.“

Schulleiter Hönig fordert nun eine Korrektur der Erklärung.

Svenja Aufderheide

24. November 2011

Bedenken gegen türkische Privatschule in Meiderich

80 Anmeldungen liegen für das geplante Ganztagsgymnasium des türkischen Rhein-Ruhr-Bildungsvereins bereits vor. Doch jetzt äußert die Schulkonferenz der benachbarten Hans-Christian-Andersen-Grundschule zahlreiche Bedenken. Und auch mit den vorgesehenen Mietverträgen gibt es Probleme.

Das Schild hängt bereits an der Eingangstür. „Eventus Gymnasium – Staatlich genehmigte private Ersatzschule der Sekundarstufe I und II im Aufbau des Rhein-Ruhr-Bildungsvereins“, ist an dem Gebäude der ehemaligen Hauptschule an der Wiesbadener Straße in Meiderich zu lesen.

Nach NRZ-Informationen wirbt der türkische Verein auf Veranstaltungen in seinen Nachhilfezentren für das zweizügige Ganztagsgymnasium. Mehr als 80 Anmeldungen sollen bereits vorliegen, im Februar will die Schule starten. Erfüllt der Verein, den Experten wie berichtet der Gülen-Bewegung zurechnen, als Träger die Auflagen, muss die Bezirksregierung die Privatschule genehmigen.

Eltern- und Lehrervertreter sehen Probleme

Sie zahlt dann 87 Prozent der Betriebs- und Personalkosten. Unabhängig von der Debatte, in wie weit diese private Ersatzschule die Duisburger Bildungslandschaft bereichert oder nicht, bleibt die Frage: Passt sie an diesen Standort? Und darüber wird, wenn überhaupt, bislang nur hinter verschlossenen Türen diskutiert.

Der Bericht über die geplanten Mietverträge zwischen Stadt und Bildungsverein hat in Meiderich für Aufsehen gesorgt. am Mittwoch erreichte die Fraktionen und die Bildungsholding ein Brief der benachbarten Hans-Christian-Andersen-Grundschule.

Die Schulkonferenz aus Eltern- und Lehrervertretern sieht Probleme: Der gemeinsame Schulhof lässt sich nicht aufteilen, der Zugang zur Grundschule ist nur über das Gelände der ehemaligen Hauptschule möglich. Zudem will das Immobilienmanagement der Stadt (IMD) auch die Turnhalle an den türkischen Trägerverein vermieten: Doch die nutzt die Grundschule bis 16 Uhr.

Schwierigkeiten beim Brandschutz

Weiteres Problem, das die Schulkonferenz in ihrer Stellungnahme vorbringt: Die Grundschule stößt an räumliche Kapazitäten, für den Ganztag gibt es Wartelisten, für den gemeinsamen Unterricht sind Förderräume nötig. Zugleich sollen auch die Räume im Nachbargebäude für die Privatschule nicht reichen, zudem fehlt eine Mensa.

Der Platzmangel war unter anderem auch ein Grund, warum die Bezirksregierung im Sommer dem Bildungsverein die Genehmigung verwehrt hatte. Zudem gab es Schwierigkeiten beim Brandschutz. Auch die designierte Schulleitung erfüllte nicht die Qualifikationen. Jetzt liegt in Düsseldorf zwar ein neuer Antrag für den Start im Februar auf dem Tisch.

Politik spielt nicht mit

Doch wie eine Sprecherin auf Nachfrage mitteilt, habe sich an der Situation nichts geändert. Weder zu den Gebäudefragen noch zur Schulleitung habe der Bildungsverein neue Unterlagen vorgelegt.

Ungeachtet dessen durchlaufen die vorgesehenen Mietverträge derzeit die politischen Gremien. Bei den nicht-öffentlichen Sitzungen soll sich IMD-Leiter Uwe Rhode auf seinen Auftrag stützen, den Leerstand an städtischen Gebäuden zu minimieren und durch eine Vermietung die leeren Kassen zu füllen.

Doch die Politik spielt offenbar nicht mit. Nach NRZ-Informationen soll die Bezirksvertretung Meiderich einstimmig die Vermietung an den Bildungsverein abgelehnt haben. Und auch im IMD-Betriebsausschuss gab es ein klares Nein. Allein die CDU soll sich enthalten haben. Nach dem Integrationsrat und dem Schulausschuss hat am 12. Dezember das letzte Wort der Stadtrat.

Quelle: NRZ

22. November 2011

Alfred Hitz Schule (leider) in der Abfahrtsgeraden

Das übergeordnete Thema an der Alfred-Hitz-Schule in Bergheim ist die Schließung Ende Juli 2013. Bereits jetzt hat die Hauptschule keine fünften und sechsten Klassen mehr. Auch im Lehrerzimmer ist es deshalb schon deutlich ruhiger geworden.

Es ist stiller geworden im Lehrerzimmer der Alfred-Hitz-Schule in Bergheim. Waren es vor zwei Jahren noch knapp 30 Pädagogen, die sich die Klinke in die Hand gaben, sind es derzeit nur noch 19 – 16 Lehrerinnen und drei Lehrer. Hinzu kommen noch ein Sonderpädagoge und der Hausmeister – das war’s.

Zusammen kümmert sich das Team um die letzten 183 Schüler der Klassen sieben bis zehn, die die Gemeinschaftshauptschule aktuell noch besuchen. Zu Hochzeiten nach dem Zweiten Weltkrieg waren es bis zu 1500 gewesen. Etwa die Hälfte der jetzigen Schüler, die Jahrgänge neun und zehn, werden ihren Abschluss noch in Bergheim machen können; der Rest muss für ein oder zwei Schuljahre auf eine andere Schule wechseln.

Gebäude aus der Weimarer Zeit

Die Klassen fünf und sechs gibt es schon heute nicht mehr, und im Juli 2013 ist dann endgültig Schluss – nach 85 Jahren, denn das Schulgebäude stammt noch aus der Weimarer Republik, aus dem Jahr 1928.

Die Auflösung ist schon jetzt das alles dominierende Thema. “Werde ich an meiner neuen Schule gut aufgenommen?”, fragen sich die Siebt- und Achtklässler auf den Gängen. “Wie geht es mit mir beruflich weiter”, fragen sich die zum Teil noch unter 40 Jahre alten Pädagogen im Lehrerzimmer.

In den Jahren der Ungewissheit war das Kollegium näher zusammengerückt. “Es gibt nichts besseres für eine Schule, als sich gegen eine drohende Schließung zu wehren”, blickt Schulleiterin Barbara Laakmann zurück. Nach dem endgültigen Aus habe die Stimmung natürlich einen Knacks bekommen, nun aber mache man nach dem Motto “jetzt erst recht” weiter.

Eine skurrile Mischung aus Alltäglichem und Besonderem bestimmt das Geschehen im Lehrerzimmer. Während Spül- und Kaffeemaschine wie eh und je vor sich herbrummen, sind nicht einmal mehr in der großen Pause alle Stühle besetzt. Dafür gibt es jetzt mehr Platz auf den Tischen. Die Stapel mit Klassenarbeiten, Büchern und Ordnern verteilen sich im Raum und sind kleiner geworden, da mittlerweile jeder Lehrer zwei Schließfächer für sich nutzen kann. Auch weiterhin sammelt das Kollegium Geld für die “Freud-und-Leid-Kasse”. Daraus werden etwa Blumen zum Geburtstag oder kleine Präsente zu runden Jubiläen bezahlt.

Wie bereits seit Jahrzehnten müssen Lehrer wie Schüler, mit einem Schlüssel bewaffnet, einmal quer über den Schulhof laufen, um die dort befindlichen Toiletten zu benutzen. “Das wurde bei der Modernisierung in den 70er Jahren irgendwie vergessen”, erklärt Laakmann – und es wird klar, dass sie selbst diese lästigen Aspekte ihres Schulalltages vermissen wird.

Die Schüler haben derweil damit begonnen, die Flure zu bemalen. “Damit werden wir bis zum Schluss nicht aufhören”, freut sich Laakmann über das frische Aussehen. Auch Ausflüge mit der ganzen Schule sind bei der kleinen Anzahl nun problemlos möglich. Gerne erinnern sich alle an den Besuch eines U-17-Länderspieles Deutschland gegen die Türkei in Krefeld. Es wird noch ein Schulfest geben und den großen Abschied in knapp zwei Jahren. “Und dann”, sagt Laakmann: “schließen wir den Laden ab und schmeißen den Schlüssel weg.”

Quelle: Rheinische Post

 

 

 

 

20. November 2011

Deutscher Lehrertag 2011 bejaht Inklusion und fordert nötige Ressourcen ein

1.200 Pädagoginnen und Pädagogen aus dem ganzen Bundesgebiet sowie Kultuspolitiker und Abgeordnete aus Bundestag und NRW-Landtag nehmen am Deutschen Lehrertag 2011 teil, der heute im Kongresszentrum der Dortmunder Westfalenhallen stattfindet.

Unter dem Motto “individualisieren, integrieren, inkludieren” stehen im Mittelpunkt die pädagogischen Herausforderungen eines individualisierten Unterrichts in heterogenen Lerngruppen und die schulpraktischen Konsequenzen, die sich aus der Schaffung eines inklusiven Bildungssystems ergeben, zu dem sich Deutschland mit seiner Unterschrift unter die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet hat. Veranstalter des Deutschen Lehrertages sind VBE, VdS Bildungsmedien und Stiftung Partner für Schule NRW.

VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann erklärte zur Eröffnung: “Wir wollen ein inklusives System, aber es muss so ausgestaltet sein, dass sowohl Kinder mit als auch ohne Behinderung zu Gewinnern werden. Ein gemeinsamer Unterricht, der chronisch unterfinanziert ist, schafft diese Vorteile mit Sicherheit nicht. Die Länder müssen ohne Wenn und Aber die UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen und ein inklusives Bildungssystem schaffen. Ich bin überzeugt, dass der heutige Lehrertag unserer Forderung nach aufgabengerechten Gelingensbedingungen bei der anwesenden Politik Nachdruck verschafft.” Beckmann verwies auf die jüngste Infratest Meinungsumfrage im Auftrag des VBE: “70 Prozent der Bundesbürger vermissen in der Politik die Bereitschaft, gemeinsames Lernen finanziell abzusichern und ausreichend viele Lehrer und Sonderpädagogen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig sehen drei Viertel der Bundesbürger Vorteile des gemeinsamen Lernens für alle Kinder dieser Klassen in Grundschulen und mehr als zwei Drittel der Bundesbürger sehen diese Vorteile auch für die weiterführenden Schulen. Die Länder müssen die Inklusion nicht nur in den Schulgesetzen verankern, sondern eben auch die nötigen Ressourcen bereitstellen. Der politische Umgang mit Inklusion offenbart noch eine andere Schwachstelle im bundesrepublikanischen Bildungssystem. Das im Grundgesetz verankerte Kooperationsverbot von Bund und Ländern verhindert, dass

Bund, Länder und Kommunen die Inklusion als gemeinsame Aufgabe tatsächlich gemeinsam stemmen. Das Kooperationsverbot muss fallen. Der VBE unterstützt jede Gesetzesinitiative in diese Richtung. Der VBE hält es für unabdingbar, dass Bund und Länder bis 2015 den Anteil der Ausgaben für Bildung und Forschung auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen.” Beckmann kritisierte, Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten würden bisher die notwendige Ernsthaftigkeit bei der Umsetzung des Ziels vermissen lassen. Die Bildungsfinanzierung in Deutschland halte internationalen Vergleichen nicht stand.

Der Vorsitzende des VdS Bildungsmedien Wilmar Diepgrond sagte: “Bildung ist Deutschlands wichtigste Ressource. Einen Qualitätssprung im Bildungssystem wird es

aber nur dann geben, wenn auch zusätzliche Ressourcen hierfür bereitgestellt werden. Es darf bei diesem Thema nicht bei bloßen politischen Lippenbekenntnissen bleiben. Die aktuellen Reformen werden nur dann effektiv in den Klassenzimmern ankommen, wenn zusätzliche Mittel freigemacht werden, um die Umsetzung zu finanzieren. Und dazu gehören natürlich auch zusätzliche Mittel für Bildungsmedien. Die Bildungspolitik hat doch gerade jetzt eine große Chance: Die Demografie ist auf ihrer Seite, schließlich wird es immer weniger Schüler geben. Wenn die Mittel für Bildung jetzt nicht einfach zusammengestrichen werden, sondern in gleicher Höhe in den Haushalten bleiben, steht auf Dauer mehr Geld pro Schüler zur Verfügung. Das wäre zumindest ein Anfang, um die Umsetzung der Reformen finanzieren zu können.”

Auf dem Deutschen Lehrertag sprechen am Vormittag auch KMK-Präsident Dr. Bernd Althusmann und NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann zu den Teilnehmern. Hauptreferent ist Dr. Heinz Klippert vom Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstitut der evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz. Sein Thema: “Gemeinsam lernen – aber wie? Anregungen zum Umgang mit Heterogenität in der Klasse”. Dem schließen sich insgesamt 39 Workshops an, die Erfahrungen und Anregungen für die konkrete schulische Praxis vermitteln.

17. November 2011

Kein Unterrichtsausfall für Halbjahreszeugnisse

An den Schulen in Nordrhein-Westfalen darf wegen der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse kein Unterricht mehr ausfallen. Das hat das Schulministerium in einem neuen Erlass festgelegt. Danach muss der im Stundenplan für den Tag vorgesehene Unterricht bis zum Mittag komplett erteilt werden, wie ein Sprecher des Schulministeriums am Donnerstag sagte. Nur Nachmittagsunterricht könne entfallen. Wann die Zeugnisse verteilt werden, ob bereits in der ersten oder erst in der letzten Schulstunde, können die Schulen selbst regeln. Am letzten Schultag vor den Sommerferien können die Schulen den Unterricht auf drei Stunden kürzen.

Schülerinitiative Bildungsbewegung Duisburg

Die Schülerinitiative Bildungsbewegung Duisburg hat für die nächsten Monate weitere Proteste und Streiks angekündigt.

Heute haben sich etwa 200 Duisburger Schüler am bundesweiten ,Bildungsstreik beteiligt. Aktionen gab es in Hamborn und der Innenstadt. Mit einem Protestmarsch zum Hauptbahnhof wurden schließlich beide Demos zusammen geführt. Die Schüler fordern ein besseres, gerechteres und solidarischeres Bildungssystem. Mit dem heutigen Bildungsstreik hoffen sie, viele weitere Mitstreiter gefunden zu haben.

 

14. November 2011

Zehn Jahre Schulband an der Realschule in Rheinhausen

Über 150 Bandmitglieder in zehn Jahren. Musikpädagoge Rolf Pfitzner hat in dieser Dekade eine Menge junger Leute mit den Geheimnissen der Musik vertraut gemacht. Die Schülerband an der Realschule Rheinhausen, jetzt mit der Willi-Fährmann-Realschule vereint, ist Pfitzners Steckenpferd.

Pfitzners Schule entstammen auch der in Rheinhausen bekannte Gitarrist Hagen Tepper und sein langjähriger Schlagzeug-Schulfreund Phillip Hummel. Beide spielen in der Band „The Knockouts“. Auch der erste gemeinsame Jahrgang der zwei früher getrennten Schulen ist von Erfolg gekrönt: „In diesem Jahr“, so Pfitzner, „haben wir in unserer Musik-AG 17 junge Leute.“

Deshalb sind einige Positionen in der Standardbesetzung Bass, Trommeln, Gitarre und Keyboard mehrfach besetzt.

Aber es entsteht kein Konkurrenzkampf. Auch bei einer Probe räumt Yannik Pattberg, Schlagzeuger aus der 10 D, seinen Platz zwischendurch freiwillig für den „Neuling“ Sascha Wohlau (15) aus der 10B. Der wiederum gibt dem 18-jährigen Yannik gern ein paar Tipps, wie er eine Ballade rhythmisch nuancieren kann, ohne diese zur Hardrocknummer zu verfremden: „Spiel doch einfach ein paar 16tel Schläge auf dem Highhat dazu“ – und macht es ihm vor.

„Prima. Das klingt doch passabel“, lobt Pädagoge Pfitzner die Hilfestellung. Teamgeist ist eben in dieser Musik AG eine wesentliche Voraussetzung für eine Gemeinschaftsleistung auf der Bühne. Die Instrumente stellt die Schule. Manche Schüler haben auch zu Hause Gitarren oder gar Schlagzeuge zur Verfügung. Aber in der Regel wird das Repertoire in den zwei wöchentlichen AG-Stunden erarbeitet.

„Klare Kante“ muss manchmal sein

Auch die gute Disziplin der Jungen und Mädchen freut Pfitzner: „Die haben großen Spaß an der Musik. Da gibt es kaum Reibereien.“ Aber ab und zu muss der Musiklehrer auch mal „klare Kante“ reden: „Ihr könnt mir einen großen Gefallen tun“, wendet er sich zwischendurch an die Sängerinnen, „Wenn ihr beim Singen den Kaugummi aus dem Mund nehmen würdet.“ Total authentisch braucht der amerikanische Slang im Song dann auch nicht zu wirken, denkt sich der unbefangene Besucher.

Eine große Stütze in der Band ist auch in diesem Jahr Michelle Vigorito aus der 10E. Sie singt seit vier Jahren in der Schulformation und wird in diesem Jahr von Samira Lennert, Cristina Fengels, Sarah Krause und Kevin Rabe unterstützt.

Der 13-jährige Tarik Mujadzidc aus der 7D ist der Jüngste, aber er ist vielseitig. Wenn er nicht am Keyboard sitzt, bedient er die Gitarre. Tarik ist bisher der einzige Schüler, der schon seit dem fünften Schuljahr in der Musik-AG mitmacht. „Üblich ist sonst, dass erst die Sechstklässler einbezogen werden“, erklärt Rolf Pfitzner das große Talent des Jungen. Zum Musikerstamm gehören noch Laura Blochwitz (Bass), Tom Krumpolz (Gitarre) und Marvin Thielen, der an an den Solosaiten, am Bass und am Schlagzeug eingesetzt werden kann.

Genauso wichtig wie die Musiker sind auch die Techniker der AG. Sie sorgen für den guten Klang und vermeiden Kabelbruch: David Supp, Lawo Saleed, Yener Askin, Kenneth Pusch, Niklas Tepper, während Max Macijewski für optimale Beleuchtung verantwortlich ist.

Derzeit arbeiten die Musiker an weihnachtlichen Melodien wie „Last Christmas“, „Jedes Kind braucht einen Engel“ und „White Christmas“. Aber zwischendurch als Stimmungsanheizer wird auch mal ein Uralttitel gespielt wie „Beat it“ von Michael Jackson.

Erstmals tritt die als „4Real“ firmierende Band beim Tag der offenen Tür am Samstag, 26. November, am Körnerplatz auf.

Ein Wermutstropfen in der Begeisterung über den musikalischen Schulnachwuchs: „Nach der Schulentlassung hören viele mit der Musik auf.“ Pfitzner empfiehlt dann den Besuch einer privaten Musikschule, aber: „Die kostet Geld, das nicht jeder aufbringen kann.“

Cal Korte

 

12. November 2011

Update zur Hamster Affäre

Stadteltern Dortmund und der Hamster

Die sogenannte Hamsteraffäre hat jetzt auch die Stadteltern Dortmund auf den Plan gerufen. Wie berichtet, hatte sich schon die Gewerkschaft „lehrer nrw“ vernehmbar hinter die Lehrerin gestellt und sogar den Rücktritt des Regierungspräsidenten gefordert. Die einflussreiche Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW hat ebenfalls scharfe Kritik an Bollermanns Umgang mit den Schülermobbing-Vorwürfen gegen eine Lehrerin der Schule erhoben.

Unterdessen kritisieren die Stadteltern ihrerseits die Gewerkschaft „lehrer nrw“. Die Rücktrittsforderung an RP Bollermann sei „ohne Hand und Fuß“. Die Vorsitzenden der Stadteltern, Monika Landgraf und Werner Volmer: „Wenn der RP vermittelnd in einer Schule auftritt und sich drei Stunden Zeit nimmt zu deeskalieren, ist dies zu begrüßen und spricht für große Bürgernähe. „Wir stehen momentan in keinem Wahlkampf!“, so die Stadteltern. Bei einem längeren Gespräch zwischen Bollermann und Landgraf habe Bollermann seine Fürsorgepflicht allen gegenüber betont: Kindern, Eltern, Lehrern und Schulen. Es habe zu keiner Zeit eine Vorverurteilung einer Lehrkraft gegeben.

Doch jede Dienstaufsichtsbeschwerde von Eltern müsse gründlich geprüft werden. Die Stadteltern: „Eine Rücktrittsforderung an Bollermann halten wir für polemisch und überzogen.“

Nicht ausgeschlossen, dass der Dortmunder Kleintier-Fall bald auch die große Politik beschäftigt. Insider halten es für denkbar, dass der Düsseldorfer Landtag der Frage nachgeht, inwieweit der Arnsberger Regierungspräsident seine Fürsorgepflicht gegenüber der Lehrerin verletzt hat.

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