28. Oktober 2011
Unter dem Motto „Uns gefällt, was Du im Kopf hast!“ startet Jugend forscht in die neue Wettbewerbsrunde. Ab sofort können sich Jugendliche mit Freude und Interesse an Naturwissenschaften, Mathematik und Technik wieder bei Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb anmelden. Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende sind aufgerufen, auch in der 47. Wettbewerbsrunde zu forschen, zu erfinden und zu experimentieren.
„Jugend forscht ist eine der ganz großen Erfolgsgeschichten in unserem Land“, sagt Bundespräsident Christian Wulff, der Schirmherr des Wettbewerbs. „Viele Forscherinnen und Forscher der letzten Jahre sind heute engagierte und erfolgreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Unternehmerinnen und Unternehmer, Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer. Es zählt zu den großen Qualitäten des Wettbewerbs, dass er junge Menschen motiviert, mit eigener Energie, mit eigener Kreativität und mit ganz viel Durchhaltevermögen Neues zu schaffen.“
In Nordrhein-Westfalen und im Saarland finden Regionalwettbewerbe statt, für die ThyssenKrupp im Jahr 2012 insgesamt wieder drei Patenschaften übernommen hat.
Regionalwettbewerb Dortmund: Am 28. Februar 2012 findet der Regionalwettbewerb, ausgerichtet von der ThyssenKrupp AG und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, im Hause der DASA Arbeitswelt Ausstellung statt (Kontakt: Dr. Christiane Wanzeck, Telefon: 0201-804-3 60 22; E-Mail: christiane.wanzeck@thyssenkrupp.com).
Regionalwettbewerb Duisburg: Am 29. Februar 2012 findet der Regionalwettbewerb Duisburg statt, Gastgeber ist die ThyssenKrupp Steel Europe AG (Kontakt: Ursula Schumacher-Schreiter, Telefon: 0203-52-2 51 57; E-Mail: ursula.schumacher-schreiter@thyssenkrupp.com).
Regionalwettbewerb Saarland: Am 6./7. März 2012 findet der Regionalwettbewerb Saarland statt, Gastgeber ist die ThyssenKrupp System Engineering GmbH Wadern (Kontakt: Dipl.-Ing. Heinz-Josef Lauer , Telefon: 06871-60-1114, E-Mail: heinz-josef.lauer@thyssenkrupp.com).
Wer bei Jugend forscht mitmachen will, sollte neugierig und kreativ sein, sollte die Herausforderung annehmen und zeigen wollen, was in ihm steckt. Der Wettbewerb ist das Richtige für Jugendliche, die Spaß am Forschen, am Erfinden und am Experimentieren haben, die neue Freunde finden wollen und Lust haben, Teil des großen Jugend forscht Netzwerks zu werden. An Jugend forscht teilnehmen können junge Menschen bis zum Alter von 21 Jahren. Jüngere Schülerinnen und Schüler müssen im Anmeldejahr mindestens die 4. Klasse besuchen. Studenten dürfen sich nur im Jahr ihres Studienbeginns anmelden. Zugelassen sind sowohl Einzelpersonen als auch Zweier- oder Dreierteams. Anmeldeschluss für die neue Runde ist der 30. November 2011. Beim Wettbewerb gibt es keine vorgegebenen Aufgaben. Das Forschungsthema wird frei gewählt. Wichtig ist aber, dass es sich einem der sieben Fachgebiete zuordnen lässt: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik sowie Technik stehen zur Auswahl.
Für die Anmeldung im Internet reichen zunächst das Thema und eine kurze Beschreibung des Projekts. Im Januar 2012 müssen die Teilnehmer eine schriftliche Ausarbeitung einreichen. Ab Februar finden dann bundesweit die Regionalwettbewerbe statt. Wer hier gewinnt, tritt auf Landesebene an. Dort qualifizieren sich die Besten für das Bundesfinale im Mai. Auf allen drei Wettbewerbsebenen werden Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von rund einer Million Euro vergeben. Die Teilnahmebedingungen, das Formular zur Online-Anmeldung wie auch weiterführende Informationen und das aktuelle Plakat zum Download gibt es unter www.jugend-forscht.de im Internet.
Pressekontakte:
Stiftung Jugend forscht e. V. | Dr. Daniel Giese | Baumwall 5 | 20459 Hamburg
Tel.: 040 374709-40 | Fax: 040 374709-99 | E-Mail: presse@jugend-forscht.de
www.jugend-forscht.de | www.facebook.com/Jugend.Forscht
27. Oktober 2011
Auf dringenden Wunsch von Verbänden ist nach Informationen der Abgeordneten Andrea Asch, Die Grünen, damit zu rechnen, dass die nächste Stufe der KiBiz-Revision nicht bereits zum Kindergartenjahr 2012, sondern erst im darauf folgenden Jahr 2013 in Kraft treten soll. Gründlichkeit vor Schnelligkeit sollen für die Bearbeitung maßgeblich sein.
Es wurde auch bekannt, in welchem Umfang die einzelnen Jugendämter inzwischen Mittel aus dem separaten U3-Landesinvestitionsprogramm, für die U3-Personalkostenpauschale und Abschlagszahlungen für den Elternbeitragsausgleich erhalten haben. 310 Mio. Investitionskosten 112 Mio. U3-Pauschale 138 Mio. Elternbeitragsausgleich
Kommentar:
Die erfolgten Leistungen entsprechen in keiner Weise den tatsächlichen Erfordernissen und bleiben weit hinter den ursprünglichen Ankündigungen zurück.
Dies ergibt sich u.a. dadurch: Die für Investitionen vorgesehenen Mittel in Höhe von 310 Mio. Euro sollen zwar in den kommenden beiden Jahren um ingesamt 90 Mio. Euro auf 400 Mio. Euro aufgestockt werden. Die Landesförderung bleibt dabei aber nicht nur um 80 Mio. Euro unter der Summe, die das Land nach der Vereinbarung mit dem Bund, der 481 Mio. Euro für NRW bereit gestellt hat, zurück. Die Förderbedingungen wurden durch das Landesprogramm zudem gekürzt, so dass nicht mehr in allen Fällen die erforderlichen baulichen Veränderungen geschaffen werden können.
Die* U3-Pauschalmittel* decken weder die personellen Verschlechterungen ab, die zusätzlich mit der Einführung des Kinderbildungsgesetzes für die Gruppen mit Kindern unter 3 Jahren eingeführt wurden, noch stellen sie eine tatsächliche “Verbeserung” dar.
Die Ausgleichsregelung für die eingeführte Beitragsbefreiung im 3. Kindergartenjahr ist die Folge einer von der Fachpraxis abgelehnten Einstiegsregelung in die Beitragsbefreiung. Anstelle der Befreiung im letzten Kindergartenjahr hätte diese mit der Inanspruchnahme des ersten Jahres beginnen und in fixen Stufen weitergeführt werden müssen. Unverständlich ist es, dass den Kommunen zudem im Rahmen einer noch offenen gesetzlichen Regelung der Beitragsausfall pauschal und sogar höher als tatsächlich angefallen erstattet werden soll. Nach bisherigen Diskussionen wird eine Erstattungssumme von 150 Mio. Euro angenommen, während die tatsächlichen Beitragsausfälle nach einer im Auftrag des Ministeriums erstellten Berechnung bei etwa 133 Mio. Euro liegen.
25. Oktober 2011
Wird die spätere berufliche und soziale Situation von Kindern mit einer “Lernbehinderung” durch schulische Integration oder durch eine separate Unterrichtung besser gefördert? Zu dieser Fragestellung geben die vorliegenden Ergebnisse einer Nationalfonds-Studie unter der Leitung von Urs Haeberlin, emeritierter Professor und ehemaliger Direktor des Heilpädagogischen Instituts der Universität Freiburg (Schweiz), eindeutige Antworten.
Auch in der Schweiz ist es noch weitgehend üblich, Kinder und Jugendliche mit Lernschwächen zu separieren und in Sonderklassen, oft auch “Kleinklassen” genannt, zu unterrichten. Da diese Schülerinnen und Schüler wie in Deutschland aus sozioökonomisch benachteiligten Milieus kommen und häufig auch einen Migrationshintergrund haben, ist die Frage nach der gesellschaftlichen Perspektive im Anschluss an die Schullaufbahn von besonderer Bedeutung.
“Die Langzeitstudie war möglich”, so die Forschergruppe, “weil wir auf Daten aus Nationalfondsprojekten zurückgreifen konnten, welche wir in den vergangenen zwölf Jahren an Personen erhoben hatten, die wir nun im frühen Erwachsenenalter erneut untersucht haben.”
Sonderklassen haben negative berufliche Auswirkungen
Wer in einer Sonderklasse gelernt hat, hat als junger Erwachsener keinen Zugang zu anspruchsvolleren Berufen. Ausbildungsabbrüche und Langzeitarbeitslosigkeit sind charakteristisch für diese Gruppe. Vergleichbare junge Erwachsene, die in Regelklassen lernen konnten, finden leichter Anschluss an eine berufliche Ausbildung. Während drei Jahre nach der Schulzeit 25 % der ehemaligen Abgänger aus Sonderklassen keinen beruflichen Zugang gefunden haben, sind es bei der Vergleichsgruppe lediglich 6 %. Integrierte Schulabgänger haben sogar gewisse Chancen auf eine Ausbildung im mittleren oder höheren Segment der beruflichen Ausbildung.
Sonderklassen beeinträchtigen nachhaltig das Selbstwertgefühl
Im Vergleich zu ehemaligen integrierten Schülerinnen und Schülern aus Regelklassen sind ehemalige Schülerinnen und Schüler aus Sonderklassen schlechter sozial integriert. Ihr Selbstwertgefühl ist wesentlich geringer. Sie verfügen über ein bedeutend kleineres Beziehungsnetz.
Sonderklassen machen anfällig für Ausländerfeindlichkeit
Schulische Integrationserfahrungen tragen dazu bei, dass die jungen Erwachsenen eine deutlich positivere Einstellung gegenüber Ausländern entwickelt haben. Ausländerfeindliche Tendenzen macht die Studie bei den jungen Erwachsenen aus, die in Sonderklassen unterrichtet wurden.
Die Abschaffung der Sonderklassen ist unumgänglich
Das ist die bildungspolitische Schlussfolgerung, die die Forscher aus ihrer Studie ziehen. “Mit der Einweisung von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Sonderklassen für Lernbehinderte wird Chancengerechtigkeit verhindert. Die Etikettierung der von Chancenungerechtigkeit betroffenen Kinder und Jugendlichen als Lernbehinderte verschleiert den Aspekt der sozialen Benachteiligung. Sie hat über jahrzehntelang hinweg als scheinwissenschaftliche Rechtfertigung der Sonderklassen und der beruflichen Selektion gedient.”
Die deutsche Bildungspolitik muss ihre Position ändern
Die bundesdeutschen Länder haben bislang mehrheitlich bekundet, dass sie neben der Ermöglichung von inklusiver Bildung im allgemeinen Schulsystem für alle Förderschwerpunkte auch an dem Sonderschulsystem festhalten wollen. Dementsprechend gehen auch die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz (KMK) zu inklusiver Bildung von einer Pluralität der Förderorte aus. Eltern von Kindern mit Lernproblemen soll ermöglicht werden, zwischen einem gemeinsamen Unterricht in der allgemeinen Schule und der Sonderschule für Lernbehinderte, jetzt Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen genannt, zu wählen.
Die KMK missachtet damit die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Diese verlangt eindeutig strukturelle und konzeptionelle Maßnahmen zur Abschaffung des Sonderschulsystems und die verbindliche Anerkennung des subjektiven Rechts der Kinder mit Behinderungen auf gemeinsames Lernen in der allgemeinen Schule. Die KMK weigert sich immer noch, die erdrückenden wissenschaftlichen Beweise über die schädlichen Effekte des Sonderschulsystems aus vierzigjähriger Forschung im In- und Ausland zur Kenntnis zu nehmen.
Angesichts dieser aktuellen Forschungsstudie ist die Position der Bildungspolitik unhaltbar, wenn sie tatsächlich Bildungsgerechtigkeit herstellen und nicht nur ein Lippenbekenntnis dazu abgeben will.
Die Ergebnisse der Langzeitstudie sind nachzulesen unter: Michael Eckhart,Urs Haeberlin et al.: Langzeitwirkungen der schulischen Integration. Eine empirische Studie zur Bedeutung von Integrationserfahrungen in der Schulzeit für die soziale und berufliche Situation im jungen Erwachsenenalte, Bern 2011
Zur Person
Brigitte Schumann war 16 Jahre Lehrerin an einem Gymnasium, zehn Jahre Bildungspolitikerin und Mitglied des Landtags von NRW. Der Titel ihrer Dissertation lautete: “Ich schäme mich ja so!” – Die Sonderschule für Lernbehinderte als “Schonraumfalle” (Bad Heilbrunn 2007). Derzeit ist Brigitte Schumann als Bildungsjournalistin tätig.
24. Oktober 2011
„Das am Donnerstag beschlossene neue Schulgesetz als sogenannter Schulkonsens zwischen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU schiebt die Inklusion weiter ins Abseits“, so die Stadtschulpflegschaft Duisburg.
Zugleich mit der Verabschiedung des neuen Schulgesetzes wurde die NRW-Verfassung in Artikel 8 geändert, in der es nun heißt: „Das Land gewährleistet ein ausreichendes und vielfältiges öffentliches Schulwesen, das ein gegliedertes Schulsystem, integrierte Schulformen sowie weitere andere Schulformen ermöglicht.“ff.
In den Leitlinien für die Bildungspolitik der UNESCO heißt es: „Bisher erhalten in Deutschland nur 15 % aller behinderten Kinder die Möglichkeit eines gemeinsamen Unterrichts in einer allgemeinen Schule Dies muss sich ändern, auch weil das UN-Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, das Deutschland 2008 ratifiziert hat, das Recht auf gemeinsamen Unterricht in einer allgemeinen Schule verankert“ und weiter „Allen Kindern soll ermöglicht werden, in einem gemeinsamen Unterricht voll am schulischen Leben teilzuhaben Erst wenn Bildungssysteme dies für alle Kinder leisten, können wir von umfassender Bildungsgerechtigkeit sprechen“
Der jetzt geschlossene Schulkonsens zementiert den Fortbestand des mit Inklusion unvereinbaren Selektionsprinzips für mindestens zwölf Jahre. Es ist ein Fehler der Landesregierung, die Entwicklung eines Inklusionsplans von der Weiterentwicklung des Schulwesens und seiner Strukturen abzukoppeln. Der Konsens schadet der Inklusion zulasten der Kinder. Er schadet aber auch der Volkswirtschaft, weil er die Entwicklung eines innovativen, leistungsfähigeren Schulsystems behindert. Die Sekundarschule ist so lange kein Fortschritt, wie Gymnasien Schüler abschulen dürfen und Förderschulen nicht ins allgemeine Schulwesen integriert werden.“
V.I.S.D.P. Frank Jakobs (Vorsitzender)
20. Oktober 2011
Die Schulhausmeister schieben zahllose Überstunden vor sich her, sind chronisch überlastet und können ihren Aufgaben nicht mehr voll gerecht werden. Begonnen habe die Entwicklung mit dem Wegfall von 20 Hausmeisterstellen im Jahr 2008.
Vor zehn Tagen berichteten wir über die Teilnehmer eines Malkurses, die vom Hausmeister des Maria-Wächtler-Gymnasiums weggeschickt wurden: Er könne nicht bis 21.30 Uhr arbeiten, um nach Kursende die Schule abzuschließen. Von einem bedauerlichen Einzelfall sprach der Leiter des Schulverwaltungsamtes Rainer Gebhard. Man arbeite an einer verlässlichen Lösung.
Auf die hofft Oliver Schulz von der Taekwondo-Abteilung des Rüttenscheider Sportclubs schon länger. „Seit Monaten wird an dieser Schule mit Vertretungen gearbeitet: An manchen Tagen hängen Zettel an der Tür, die Halle bleibe wegen Krankheitsfalles bis auf Weiteres geschlossen, am übernächsten Tag weiß die Hausmeistervertretung nicht, dass wir dort trainieren dürfen und verweigert uns den Zugang.“
Hausmeister sind oft an mehreren Schulen eingesetzt
Es sei vorgekommen, dass ein Trainer mit zwei Jugendgruppen eine Stunde lang vor der Halle ausgeharrt habe. „Sie können ja nicht 50 Kinder unbeaufsichtigt in der Dunkelheit nach Hause schicken, sondern müssen die Eltern informieren.“ Den Hausmeistern macht Schulz keinen Vorwurf: Viele kämen sogar außerhalb der Dienstzeit, um den Vereinsbetrieb aufrecht zu erhalten. „Die arbeiten oft am Limit, weil sie oft an mehreren Schulen eingesetzt sind.“
Das Problem ist dem Personalrat der Stadt bekannt: „Die Zahl der Überlastungsanzeigen steigt stetig. Die Kollegen melden: ,Ich kann nicht mehr’. Gleichzeitig haben wir einen hohen Krankenstand, wodurch die Belastung für die gesunden Kollegen weiter zunimmt“, sagt der stellvertretende Leiter des Personalrates Dirk Achatz. Begonnen habe die Entwicklung mit dem Wegfall von 20 Hausmeisterstellen im Jahr 2008, „der wir mit Bauchschmerzen zugestimmt haben“. Auch weil der Personalrat die „Tandem-Lösung“ für praktikabel hielt: Danach betreut ein Hausmeister zwei benachbarte, kleine Schulen.
Freiwerdende würden nicht neu besetzt
Inzwischen seien etliche Mitarbeiter gleich für drei oder vier Schulen zuständig. „Die verbliebenen 180 Hausmeister-Jobs gibt’s nur noch auf dem Papier.“ Freiwerdende Stellen würden nicht besetzt – irgendwie müsse die Verwaltung ja den 1000-Stellen-Sparbeschluss des Rates umsetzen.
Das Schulverwaltungsamt rechnet ein wenig anders, bestätigt Achatz’ Einschätzung aber im Grundsatz. Demnach gebe es neben 175 Stammhausmeistern, die fest an einer der 200 Essener Schulen beschäftigt sind, rund 40 Hilfs- und Vertretungshausmeister; zumindest theoretisch. „Gut zehn Prozent der Stellen sind nicht besetzt“, schätzt der Leiter des Schulverwaltungsamtes, Rainer Gebhard. Das 1000-Stellen-Sparprogramm zwinge zur „Reduzierung der Leistungen“: Vorrangig sollen Hausmeister den Schulbetrieb sicherstellen, die abendlichen Schließdienste sind quasi die Kür. Wenn möglich, übertrage man Sportvereinen die Schlüsselgewalt. Auch Oliver Schulz hat einen Schlüssel für die große Maria-Wächtler-Halle, die Kleine liegt jedoch im Schulhaus: „Da sind wir auf den Hausmeister angewiesen.“
Intensive Gespräche mit der Verwaltung
Es gebe derzeit intensive Gespräche mit der Verwaltung, um Lösungen zu finden, die allen Nutzern der Schulen gerecht werden, so Dirk Achatz vom Personalrat. „Im Moment sind viele Hausmeister froh, wenn die Schüler mit warmen Popo im Klassenraum sitzen und der Schulhof laubfrei ist.“
Schon um sich für einen Winter wie den im vergangenen Jahr zu wappnen, müsse die Stadt handeln: „Niemand kann gleichzeitig drei Schulhöfe vom Schnee befreien.“
Auf Einladung von Bildungsministerin Martina Münch hat sich am Montag, den 17.10. 2011, der wissenschaftliche Beirat Inklusive Bildung in Potsdam konstituiert und in seiner ersten Sitzung die Arbeit aufgenommen. Er besteht aus zehn ausgewiesenen Experten in Sachen inklusiver Bildung und wird das Bildungsministerium bei der konkreten Umsetzung von Maßnahmen für die Schule für alle beraten. Dazu gehören beispielsweise die Entwicklung veränderter Rahmenlehrpläne, neue Bewertungsmaßstäbe für die Leistungen von Kindern mit Behinderungen, die Fortbildung von Lehrkräften oder der Einsatz von Sonderpädagogen an den Regelschulen.
“Das war ein sehr ermutigender Auftakt”, so Bildungsministerin Münch, Der wissenschaftliche Beirat hat grundsätzliche Zustimmung für den Brandenburger Weg zur Inklusion signalisiert, es war eine angeregte und konstruktive Diskussion”. Der Beirat “Inklusive Bildung” will sich noch in diesem Jahr erneut treffen. Inklusion bedeutet in Brandenburg eine “Schule für alle” ” eine Schule, in der jede Schülerin und jeder Schüler sich mit ihren Stärken und Schwächen entfalten können, eine Schule für Kinder und Jugendliche mit speziellen Begabungen genauso wie für diejenigen, die unserer besonderen Fürsorge und Förderung bedürfen.
In den vergangenen Monaten wurde das Thema “Inklusion” auf Regionalkonferenzen und während der Kreisreisen der Ministerin mit vielen an Bildung von Kindern und Jugendlichen Beteiligten diskutiert, mit Lehrerinnen und Lehrern, Schulleitern, staatlichen Schulämtern, Erziehern, Schulträgern, Sozial- und Jugendhilfeträgern, Behindertenverbänden, Schüler- und Elternvertretern, Mitarbeitern von Sozial- und Jugendämtern und Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Am 30. September kam erstmals der Runde Tisch “Inklusive Bildung” mit Vertretern von Betroffenen-Verbänden, Lehrerverbänden, kommunalen Spitzenverbänden und Schulen, Kirchen und weiteren Verbänden sowie den bildungspolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen zusammen. Er berät das Bildungsministerium bei der grundsätzlichen Weichenstellung für die “Schule für alle”.
Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates “Inklusive Bildung” sind:
Prof. Dr. Ulf Preuss-Lausitz, Erziehungswissenschaftler, Mitglied des Sprecherrates des Expertenkreises “Inklusive Bildung” der Deutschen UNESCO-Kommission, Technische Universität Berlin, Institut für Erziehungswissenschaften, Fachgebiet Schulpädagogik
Prof. Dr. phil. Klaus Klemm, Bildungswissenschaftler, Mitglied des Expertenkreises “Inklusive Bildung” der Deutschen UNESCO-Kommission, langjährige Tätigkeit an der Universität Duisburg-Essen, Institut für Pädagogik, Schwerpunkt Bildungsforschung und Bildungsplanung
Prof. Dr. phil. Agi Schründer-Lenzen, Erziehungswissenschaftlerin, Institut für Allgemeine Grundschulpädagogik und -didaktik der Universität Potsdam, Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des Instituts für Schulqualität Berlin-Brandenburg
Dr. Irmtraud Schnell, Erziehungswissenschaftlerin, Institut für Sonderpädagogik der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Schwerpunkt u.a. bildungspolitische Entwicklungen und die “Schule für alle”
Prof. Dr. Jutta Schöler, Erziehungswissenschaftlerin, Mitglied im Beirat zum integrierten sonderpädagogischen Studium der Universität Bielefeld, langjährige Tätigkeit an der Technischen Universität Berlin, Fachgebiet Schulpädagogik
Wilfried W. Steinert, Mitglied des Sprecherrates des Expertenkreises “Inklusive Bildung” der Deutschen UNESCO-Kommission und des Beraterteams für die UNESCO-Region Landkreis Oberspreewald-Lausitz, langjähriger Leiter der Waldhof-
Schule in Templin
Dr. phil. Katrin Liebers, Erziehungswissenschaftlerin, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Rehabilitationspädagogik/Lernbehindertenpädagogik, Forschungsschwerpunkt Pädagogische Diagnostik
Heike Noll, Schulrätin für Grund- und Förderschulen, Staatliches Schulamt Brandenburg an der Havel
Susanne Wolter, Leiterin der Abteilung Unterrichtsentwicklung Grundschule, sonderpädagogische Förderung und Medien, Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg
Katrin Kantak, Leiterin des Projektverbundes kobra.net ” Kooperation in Brandenburg in Trägerschaft der WIBB GmbH, Träger der freien Jugendhilfe
Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.mbjs.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.248770.de
19. Oktober 2011
Seit Anfang des Schuljahres besuchen rund 5350 Schüler das Zentrum für Berufliche Bildung und Weiterbildung (ZBW). Zur offiziellen Eröffnung gab es gestern reichlich Lob von den Schulleitern, der Firma Goldbeck und der Stadt.
Manchmal verläuft sich Erich Sachnik noch in seiner neuen Schule – die vielen Räume und langen Wege sind für den Leiter des Kaufmännischen Berufskollegs (2700 Schüler, 101 Lehrer) noch etwas ungewohnt.
Ansonsten hat er aber wie seine Kollegen Wolfgang Kempken vom Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg (2200 Schüler, 90 Lehrer) und Manfred Wischerhoff vom Weiterbildungskolleg (450 Schüler, 22 Lehrer) nichts auszusetzen am neuen Schulzentrum, das mit 1074 Räumen, darunter 150 Klassenräume, auf rund 55 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche auf den ersten Blick tatsächlich ein wenig unübersichtlich erscheint.
Eine Bildungsstadt
“Das ist schon keine Bildungsstätte mehr, das ist eine Bildungsstadt”, meinte Jan-Hendrik Goldbeck. Der Geschäftsführer der Goldbeck GmbH lobte die Stadt Duisburg für die Zusammenarbeit des Schulprojekts, das in öffentlich-privater Kooperation entstand. 74 Millionen Euro an Investitionen wurden in den Schulbau gesteckt. 25 Jahre lang ist Goldbeck nun für den Betrieb und Erhalt des Gebäudes zuständig.
In dieser Zeit zahlt die Stadt dafür jährlich 7,2 Millionen Euro – zwei Millionen davon sind Betriebskosten. “Das schafft der Stadt einen Effizienzvorteil von sechs Millionen Euro jährlich”, erklärte Uwe Rohde, Geschäftsführer des Immobilien Managements Duisburg (IMD). Nur aufgrund dieses Kostenvorteils sei die Verwirklichung des öffentlich-privaten Projekts überhaupt möglich gewesen. Während der nächsten 25 Jahre bleibt das IMD Eigentümer des Gebäudes und des Grundstücks. Anschließend scheidet Goldbeck als Betreiber der Schule aus. “In welchem Zustand sich die Immobilie dann befinden muss, ist vertraglich genau festgelegt”, so Rohde.
Oberbürgermeister Adolf Sauerland bedauerte, dass ähnliche Projekte für Kommunen in Kooperation mit privaten Unternehmen politisch vom Land nicht mehr gewollt seien. “Dabei bräuchte Duisburg eigentlich drei oder vier solcher Schulzentren”, meinte Ralf Hörsken, Leiter der Bildungsholding. So seien auch schulübergreifend neue pädagogische Konzepte möglich. Den Anfang soll eine Schülerfirma machen, die sich unter anderem mit Fahrradreparaturen, der Produktion von Glasobjekten, Porträtzeichnungen oder Fotografierarbeiten befasst.
“Die Lehrer sind hochmotiviert. Die Arbeitsbedingungen sind in diesem Gebäude einfach ideal”, schwärmt Erich Sachnik. Die Zeiten, in denen in Klassenräumen erst Eimer, später sogar Wannen aufgestellt werden mussten, sind vorbei. Das Regenwasser, das durch undichte Dächer in die Klasse tropfte, gehört nun endgültig der Vergangenheit an.
Quelle: RP
18. Oktober 2011
„Die Gefahr, dass wir jetzt noch jemanden positiv testen, geht gegen Null“, sagt Margarete Ullenboom, TBC-Expertin beim Gesundheitsamt. Es bleibt bei sechs Fällen, die Schüler werden mit Antibiotika behandelt, von ihnen geht keine Gefahr aus, sie gehen zur Schule (wir berichteten).
Die allesamt negativen Ergebnisse der Duisburger Gesamtschullehrer- und -bediensteten liegen inzwischen auch vor, das Gesundheitsamt wartet jetzt noch auf die Ergebnisse der Meitner-Pädagogen, die in anderen Städten wohnen und sich dort testen ließen. Ullenboom erwartet auch da negative Resultate.
Was ist jetzt in Sachen Vorsorge zu tun? „Es gibt keine Art der speziellen Vorsorge.“ Generell würde es sich Margarete Ullenboom wünschen, dass wieder ähnliche Maßnahmen ausgesprochen werden würden wie einst bei der Schweinegrippe. Damals gab es Tipps, wie man sich richtig die Hände wäscht und auch, wie man sich für die Mitmenschen ungefährlich die Nase putzt. „Generell gilt es, sich häufig und sehr gründlich die Hände zu waschen. Niesen nur in ein Taschentuch, ist keines zur Hand, in den Ärmel“, sagt die Expertin.Infiziert hatten sich bei der Schulmitarbeiterin vor den Sommerferien diejenigen Schülern, die unmittelbar neben ihr gesessen hatten. „Bei einer Tröpfchen-Infektion muss man quasi direkt im Hustenstrahl sitzen.“
Mitarbeiterin außer Lebensgefahr
Ausgestanden ist die Tuberkulose für die erkrankte Schulmitarbeiterin übrigens noch lange nicht. Eine Zeit lang habe bei der Duisburgerin, die sich noch immer in einer Klinik in einer anderen Stadt befindet, sogar Lebensgefahr bestanden. „Inzwischen geht es ihr besser, es besteht auch keine Ansteckungsgefahr mehr.“ Ob und wann die Frau an die Schule zurückkehrt, ist völlig unklar, ebenso, ob sie körperliche Schäden zurückbehalten wird.
Quelle: der Westen.de
17. Oktober 2011
Mit sicherer Hand fräst ein Schüler der Klasse 9c an der CNC-Fräsmaschine den Namen seiner Klasse in den silbernen Metallblock.
Mit sicherer Hand fräst ein Schüler der Klasse 9c an der CNC-Fräsmaschine den Namen seiner Klasse in den silbernen Metallblock.
Industriemechaniker Klaus Bräu war mit dem Ergebnis zufrieden. Die Szene spielte sich im Infomobil der deutschen Metall- und Elektroindustrie ab, das seit gestern an der August-Thyssen-Realschule in Hamborn Station macht.
Tags zuvor hatte das Infomobil bereits Schüler der Gesamtschule Hamborn über aussichtsreiche Berufe in der Metall- und Elektroindustrie informiert. „Wir fahren hauptsächlich Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie Berufsbörsen- und messen an, seltener Gymnasien“, sagt Diplom-Ingenieur Claudio Schmickler. „Unser Ziel ist die Suche nach Nachwuchs für die Metall- und Elektroindustrie. Es geht darum, junge Leute für Industrieberufe im gewerblich-technischen Bereich, also für Mechanik, Elektronik, Mechatronik zu begeistern.“ Zu diesem Zweck sind insgesamt neun Info-Mobile der Metall- und Elektroindustrie in ganz Deutschland unterwegs. Das Problem ist bekannt: Fachkräftemangel. Der Bergheimer Klaus Bräu und der Leverkusener Claudio Schmickler sind gemeinsam seit rund 13 Jahren mit dem bunten Infobus „on the road“, meist in NRW, in den Schulferien aber auch in anderen Bundesländern. Zu Beginn der Berufsorientierungsphase geben Bräu und Schmickler in den Bussen jeweils acht bis zwölf Schülern der Klasse 8 bis 10 in einer Unterrichtsstunde einen Überblick über Branchen, Produkte und Berufe der Metall- und Elektroindustrie.
Schüler der Berufswahlphase erfahren dagegen von den beiden Experten, wie und wo Fachkräfte der Metall- und Elektroindustrie an der Herstellung von technischen Produkten des alltäglichen Lebens beteiligt sind. Gleichzeitig informieren Bräu und Schmickler auch über Ausbildungsvoraussetzungen in diesen Berufen, über Ausbildungsmöglichkeiten in der Region sowie über Bewerbungsstrategien, die den Einstieg in das Berufsleben erleichtern.
„Wir haben hier auch computergesteuerte Werkzeugmaschinen. Da können die Schüler selber einmal ein Teil bearbeiten, selber programmieren, selber etwas herstellen. Das hat bei den Schülern immer die größte Wirkung. Die Begeisterung kommt beim selber Ausprobieren, nicht beim Zuhören, Lesen oder Schauen.“
Zu diesem Zweck stehen zwei CNC-Maschinen zur Metallverarbeitung, zum Drehen und Fräsen, und ein Modell einer Produktionsanlage zur Serienfertigung zur Verfügung. Außerdem können die Schüler einen kleinen Generator zur Stromerzeugung und ein kleines Getriebe, bei dem die Zahnradtechnik demonstriert wird, in Gang setzen. An mehreren Bildschirmen können sich die Schüler über Produkte, Branchen, Berufe und Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie multimedial informieren, mit Hilfe von Filmen, Grafiken und Texten.
Noch ein Tipp von Berufsberater Schmickler: „Wichtig ist, dass sich Eltern mit ihren Kindern gemeinsam bei uns informieren: Wo liegen die Stärken, wo liegen die Chancen meiner Kinder? Wenn die Kinder merken: Den Eltern ist das auch wichtig, bekommt so ein Besuch im Infomobil eine ganz andere Bedeutung.“
Quelle: Der Westen.de
12. Oktober 2011
Die Jugendeinrichtungen in Duisburg werden wohl bis zum Jahresende kein Geld von der Stadt bekommen. In den Jugendzentren kündigen Mitarbeiter, die Leiter sorgen sich um die Zukunft der Jugendarbeit und kritisieren Kämmerer Peter Langner.
Sie haben hier nach der Schule zu Mittag gegessen, machen Hausaufgaben, spielen danach Kicker, eine Gruppe macht sich auf zum Parkour-Training. Ein ganz normaler Nachmittag im Jugendzentrum St. Peter in Duisburg-Rheinhausen. Volles Haus. Normal ist inzwischen aber auch, dass schon Zehnjährige fragen, ob es die Einrichtung noch lange geben wird. Die Finanznot in der Jugendhilfe, ausgelöst durch die nur noch häppchenweise Auszahlung des Duisburger Kämmerers, macht ihnen Angst.
Ein Mitarbeiter im Jugendzentrum der Falken hat bereits gekündigt. Und auch in anderen Jugendzentren rumort es gewaltig – zu unsicher ist Jugendarbeit, wenn keiner weiß, wann Geld fließt. Geld, dass beschlossen, sicher schien.
Autowäsche für Ferien benachteiligter Kinder
Auch Pascal Rusche, Leiter des Jugendzentrums St. Peter macht keinen Hehl daraus, dass er sich umschaut. Der Diplom-Sozialarbeiter ist genervt, mehr Zeit mit den Finanzen zu verbringen als mit den Jugendlichen. „Dabei hab’ ich noch Glück, mit der Kirche im Rücken stellen die Banken nicht gleich Fragen, wenn das Konto in die roten Zahlen rutscht.“
Das Geld für Oktober ist noch nicht da. Schleichend wechselte die Zahlmoral von einer jährlichen zur halbjährlichen zur quartalsweisen Zahlung. Dann wurde nur noch monatlich überwiesen – „und jetzt gar nicht mehr?“, fragen die Betroffenen. Denn kommuniziert wird nur per Bankauszug. „Wir werden gezielt ausgeblutet“, fürchtet Rusche.
Henning Gerlach, Stadt-Vorsitzender vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend, zu dem 3500 Kinder in Verbänden wie den Pfadfindern oder der Schützen-Jugend gehören, ist ebenso fassungslos. „Wir bekommen keinen Bescheid, wir bekommen plötzlich einfach nur kein Geld“, sagt er. Dabei reicht die städtische Spritze ja ohnehin schon nicht. Um sozial Schwache an Ferienlagern teilhaben zu lassen, wird vorher mit Autowasch-Aktionen Geld hinzu verdient, berichtet er.
Von der Internet-Sucht bis zur Vergewaltigung
Die vielen Ehrenamtler seien verunsichert, planen nur verhalten die nächsten Ferien. Wer will schon auf den Storno-Kosten für Häuser, Busse, etc. sitzen bleiben?, fragt Gerlach, der den BDKJ ebenfalls ehrenamtlich leitet. 21 Freizeiten waren es dieses Jahr, vier folgen noch in den Herbstferien, über 1000 Kinder fuhren mit.
Jugendarbeit lebt von der Kontinuität, vom Vertrauen, dass sich aufbaut. „Ich krieg hier alles mit, von der Internet-Sucht bis zur Vergewaltigung“, erzählt Rusche, der die Kinder und Jugendlichen nach Kräften unterstützt. Aber die Arbeit sei extrem gefährdet. Es kann sein, dass hier Mitte nächsten Jahres dicht ist. „Sollen die Kinder lieber auf der Straße spielen?“, fragt Rusche. Geplant hat er 2012 mit dem, was er theoretisch dieses Jahr hätte kriegen müssen. Mit Konjunktiven kann er aber weder Personal noch Betriebskosten zahlen. Und Gerlach macht es wütend, „dass keiner sagt, was Sache ist“. Dem Kämmerer Peter Langner spreche er jedenfalls die Kompetenz ab, zu bestimmen, was die Stadt an Jugendhilfe braucht.
Quelle: Der Westen.de