Vor drei Jahren hat die Landesschülervertretung gegen die Kopfnoten demonstriert und gefordert: „Weg mit den Kopfnoten!“. Im Jahre 2008 wurden sie halbiert. Nun sind sie weg. Der NRW-Landtag hat die Änderung des Schulgesetzes beschlossen. Schon auf dem nächsten Halbjahreszeugnis Ende Januar 2011 gibt es keine Noten mehr fürs Arbeits- und Sozialverhalten.
Immer wieder waren sie bei einem großteil der Eltern Stein des Anstoßes. Auftreten und Verhalten von Schülern lassen sich nicht in Noten erfassen, durch die Kopfnoten sind manche Kinder auch beschämt worden. Die Standardnote ist an den einzelnen Schulen unterschiedlich ausgelegt worden. Was an der einen Schule eine Eins ist, ist an der nächsten Schule eine Zwei. Oder es wurde unisono Einheitsnoten vergeben, das ist ja wohl im Sinne des Erfinders war.
Eine Rückmeldung zum Sozialverhalten halten wir indes sehr wohl für wünschenswert: Die Schulen brauchen eine Kultur des ständigen Gesprächs, einen Dialog zwischen allen Beteiligten. An den Schulen sei noch viel an Qualitätsverbesserung nötig, auch mit Blick auf die Schulzeitverkürzung an den Gymnasien. Hier gibt es auch schon positive Ansätze und Lösungen. Weiterer Druck durch Kopfnoten wäre kontraproduktiv gewesen.
Die meisten Lehrer haben die Kopfnoten seinerzeit zähneknirschend akzeptiert. Nun allerdings stehen sie da mit einem Stapel Zeugnisformulare, auf denen die Kopfnoten vorgesehen sind. Da werden wohl bei den entsprechenden Rubriken Striche gemacht. Durch Gespräche wissen wir, dass weiterhin „besondere Verhaltensweisen“ mit Kommentaren gewürdigt werden. Herausragende Sozialkompetenz wird auch weiterhin auf dem Zeugnis bescheinigt. Und wenn es was zu kritisieren gebe, könne man Kritik durchaus als Ratschlag formulieren.
Dies wird bei den HalbjahreszeugnissenThema der Lehrer-und Schulkonferenzen sein
V.I.S.D.P. Frank Jakobs (Vorsitzender)


















