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Blog der Stadtschulpflegschaft Duisburg - Die Elternvertretung in der Stadt Duisburg

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22. Dezember 2010

Tchüss Kopfnoten

Vor drei Jahren hat die Landesschülervertretung gegen die Kopfnoten demonstriert und gefordert: „Weg mit den Kopfnoten!“. Im Jahre 2008 wurden sie halbiert. Nun sind sie weg. Der NRW-Landtag hat die Änderung des Schulgesetzes beschlossen. Schon auf dem nächsten Halbjahreszeugnis Ende Januar 2011 gibt es keine Noten mehr fürs Arbeits- und Sozialverhalten.

Immer wieder waren sie bei einem großteil der Eltern Stein des Anstoßes. Auftreten und Verhalten von Schülern lassen sich nicht in Noten erfassen, durch die Kopfnoten sind manche Kinder auch beschämt worden. Die Standardnote ist an den einzelnen Schulen unterschiedlich ausgelegt worden. Was an der einen Schule eine Eins ist, ist an der nächsten Schule eine Zwei. Oder es wurde unisono Einheitsnoten vergeben, das ist ja wohl im Sinne des Erfinders war.

Eine Rückmeldung zum Sozialverhalten halten wir  indes sehr wohl für wünschenswert: Die Schulen brauchen eine Kultur des ständigen Gesprächs, einen Dialog zwischen allen Beteiligten. An den Schulen sei noch viel an Qualitätsverbesserung nötig, auch mit Blick auf die Schulzeitverkürzung an den Gymnasien. Hier gibt es auch schon positive Ansätze und Lösungen. Weiterer Druck durch Kopfnoten wäre kontraproduktiv gewesen.

Die meisten Lehrer haben die Kopfnoten seinerzeit zähneknirschend akzeptiert. Nun allerdings stehen sie da mit einem Stapel Zeugnisformulare, auf denen die Kopfnoten vorgesehen sind. Da werden wohl bei den entsprechenden Rubriken Striche gemacht. Durch Gespräche wissen wir, dass weiterhin „besondere Verhaltensweisen“ mit Kommentaren gewürdigt werden. Herausragende Sozialkompetenz wird auch weiterhin auf dem Zeugnis bescheinigt. Und wenn es was zu kritisieren gebe, könne man Kritik durchaus als Ratschlag formulieren.

Dies wird bei den HalbjahreszeugnissenThema der Lehrer-und Schulkonferenzen sein

V.I.S.D.P. Frank Jakobs (Vorsitzender)

21. Dezember 2010

CDU rückt ab vom dreigliedrigen System

Weil der Hauptschule die Schüler ausgehen, setzt CDU-Landeschef Norbert Röttgen auf eine pragmatische Neuausrichtung der Partei hin zu einem “differenzierten Zweisäulen-Modell”. An der CDU-Basis ist der Öffnungskurs allerdings nicht unumstritten.

Schule

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Die NRW-CDU stellt ihr neues Schulmodell vor. (Bild: dpa)

DÜSSELDORF. Die NRW-CDU rückt vorsichtig vom dreigliedrigen Schulsystem ab. Weil der Hauptschule die Schüler ausgehen, setzt CDU-Landeschef Norbert Röttgen auf eine pragmatische Neuausrichtung der Partei hin zu einem “differenzierten Zweisäulen-Modell”. An der CDU-Basis ist der Öffnungskurs allerdings nicht unumstritten.

Auf acht Regionalkonferenzen hatte die CDU-Basis über eine neue Schulpolitik diskutiert. Am Samstag zog Röttgen auf einem Bildungskongress mit 200 Delegierten aus Partei und Gewerkschaften eine Zwischenbilanz: Mit dem CDU-Modell wird keine Schulform abgeschafft, aber die CDU öffnet sich weiter für neue Schulstrukturen. Danach soll es neben dem Gymnasium vier Formen von Sekundarschulen geben: Hauptschule, Realschule, Aufbau-Realschule (Verbund Haupt- und Realschule) sowie die Gesamtschule.

Hauptschule soll erhalten bleiben

Die NRW-CDU will die unter Schülerrückgang leidende Hauptschule zwar als eigenständige Schulform erhalten. Wenn Schüler fehlen, kann die Kommune aber auch in größeren Stadtteilen Haupt- und Realschule mit nur 40 Schülern pro Jahrgang zusammenlegen. Damit könne der “Schülerklau” durch Nachbarschulen verhindert werden, sagte CDU-Schulexperte Klaus Kaiser.

Auf der Bildungskonferenz warnte die NRW-Chefin von “Lehrer NRW”, Brigitte Balbach, unter lautstarkem Beifall vor einem Abrücken der CDU vom dreigliedrigen Schulsystem. “Das Schulsystem muss wie das Steuerkonzept von Merz auf einen Bierdeckel passen. Sonst versteht das keiner.” Zudem wirke die Formulierung “Zweisäulen-Modell” wie eine leise Verabschiedung von Haupt- und Realschule. CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann glaubt, dass die Menschen die “quälende Debatte über Schulstrukturen” leid sind. Die CDU muss der von SPD und Grünen privilegierten Gemeinschaftsschule aber eine Alternative gegenüberstellen. “Es ist fünf nach zwölf”, forderte Röttgen Klartext in der CDU.

Der CDU-Landeschef kündigte an, dass auch die Bundespartei die Bildung 2011 zu einem Schwerpunktthema machen will. “Wir müssen uns klar positionieren.” CDU-Schulexperte Kaiser warf Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) vor, mit ihrem konsequenten Kampf für ein privilegiertes “Einheitsschulsystem” Unruhe in die Schulen zu tragen. “Es gibt keine Mehrheit der Bürger für Einheitsschulen.” Dem rot-grünen Konzept des längeren gemeinsamen Lernens setzt die CDU die Idee des frühen gemeinsamen Lernens entgegen. Vor Eintritt in die Grundschule sollen Kinder ein verpflichtendes “Lernjahr” in Kita oder Grundschule absolvieren.

Schulentwurf im Januar beschließen

Am 11. Januar will der CDU-Landesvorstand seinen Schulentwurf beschließen. Am 12. März wird der CDU-Landesparteitag in Siegen abschließend beraten. An ortsnahen Gymnasien will die CDU auch in ländlichen Gebieten nicht rütteln lassen. Der ängstliche Kompromiss “Sekundarschule” aber ist heftig umstritten. “Das ist ein fünfsäuliges Zwei-Säulen-Modell”, kritisierte der Landeschef des Verbandes Bildung und Erziehung Udo Beckmann. Grünen-Expertin Sigrid Beer spricht von einem “neu lackierten gegliederten Schulsystem”. Norbert Röttgen warnte seine Partei davor, die Schule zum “Kampfthema” zu machen. “Es gibt bei uns keine Festlegung auf eine Schulform. Aber es darf auch keine Privilegierung einzelner Schulformen geben.” CDU-Experte Kaiser forderte deshalb einen “Masterplan kleine Klassen”, der die Maximalgröße von 36 auf 28 Kinder pro Klasse senkt. Der Hintergedanke: Dann würde die Privilegierung der Gemeinschaftsschule allein an den Kosten für die Verkleinerung aller Schulklassen scheitern.

20. Dezember 2010

Etappensieg für ein besseres Bildungssystem

Die LandesschülerInnenvertretung NRW – die Vertretung der rund drei Millionen Schülerinnen und Schüler Nordrhein-Westfalens – begrüßt die soeben getroffene Entscheidung des Landtages, die Kopfnoten abzuschaffen und die Drittelparität wieder einzuführen.

“Nach dreijährigem Kampf gegen Kopfnoten und vierjährigem Kampf für die Drittelparität sind wir noch lange nicht am Ziel aber wir haben heute einen Etappensieg im Kampf um ein besseres Bildungssystem errungen”, freut sich Benedikt Haumer, Mitglied im Vorstand der LSV NRW, “mit der Schulgesetznovelle werden einige Fehler der schwarz-gelben Regierung verbessert.”

Seit der Wiedereinführung der Kopfnoten mit dem Schulgesetz 2006 setzte sich die LSV für die Abschaffung dieser Benotung ein. Im Rahmen der Kampagne “Kopfnoten abschaffen!” hat die LSV NRW neben kreativen Veranstaltungen und Demonstrationen eine Petition mit 10.000 Unterschriften im Landtag eingereicht. Zuletzt wurden 100 Meter Transparente von Jugendlichen aus ganz NRW vor dem Landtag ausgelegt.

Auch für die Wiedereinführung der Drittelparität in der Schulkonferenz hat sich die LSV eingesetzt. “Endlich ist in unseren Schulen wieder ein bisschen mehr Raum für Demokratie”, stellt Florien Thiel, ebenfalls Mitglied im LSV-Vorstand, fest, “aber durch die Grundlage im Gesetz ist noch lange nicht gewährt, dass wir nicht nur in die Entscheidung, sondern in Abeits- und Entscheidungsprozesse einbezogen werden.”

Die Forderungen der LSV NRW gehen jedoch weiter als die heute beschlossenen Änderungen. Nun muss sich die Landesregierung aber auch weiterhin um die noch bestehende Probleme in der Schulpolitik NRWs kümmern. So besteht der Kooperationsvertrag zwischen Bundeswehr und dem Schulministerium, der der Bundeswehr einen massiven, destruktiven Einfluss auf die Schule einräumt, immernoch.

KONTAKT
Benedikt Haumer
0171/5406843
benedikt.haumer@lsvnrw.de

18. Dezember 2010

Schwimmen lernen am Toepperseehallenbad unmöglich

Seit ihr Schwimmunterricht im Toepperbad stattfindet, sind die Fünftklässler der Heinrich-Heine-Gesamtschule von zwei Schulstunden gerade mal 13 Minuten im Wasser. Das, so ihre Sportlehrerin, “bringt so nichts”

Rheinhausen In 13 Minuten kann auch die beste Sportlehrerin keinem Fünftklässler das Schwimmen beibringen. 13 Minuten: So viel Schwimmzeit bleibt der Klasse von Mechthild Wichert von zwei Schulstunden Schwimmunterricht, seit es dafür ins neue Toepperbad geht. “Wir marschieren 30 Minuten lang an, 30 Minuten brauchen wir für den Rückweg”, erklärt Wichert. “Wenn die Kinder dann noch duschen und föhnen müssen, bleiben noch 13 Minuten im Wasser.”

Experimente brachten nur Minuten

Früher wanderten die Fünftklässler der Heinrich-Heine-Gesamtschule zum Hallenbad an der Schwarzenberger Straße. Das war dank seiner zentralen Lage für viele Schulen gut erreichbar. “Ab einer Entfernung von zwei Kilometern wird Schulen ein Bus gestellt”, erklärt Mechthild Wichert, “wir liegen 1,7 Kilometer weit weg.”

Das für diesen Weg eine halbe Stunde verloren geht sei unvermeidlich: “Allein ist man natürlich schneller als mit 25 Fünftklässlern, die Gepäck dabei haben und Fahrräder schieben.” Sie hat schon alles Mögliche getestet: Das Versammeln zum Abmarsch schon zu Beginn der Pause, das Zurücklassen und Schultaschen an der Schule – solche Experimente brachten nur ein paar Minuten ein und größere Probleme mit sich. Der Transfer mit öffentlichen Bussen ist nicht möglich, und das Ende der Unterrichtszeit ist verbindlich, denn einige Kinder müssen Busse für den Nachhauseweg erwischen.

“Im alten Schwimmbad hatten wir 40 Minuten Schwimmzeit, das war okay”, sagt Mechthild Wichert. “Aber 13 Minuten – da können wir keine Schwimmabzeichen machen. Mein Referendar kann keine Lehrprobe zeigen.” Und vor allem lernen die Kinder kaum das Schwimmen. Unter Fünftklässlern sind immer viele Nichtschwimmer.

Info zum Bad

Probleme mit dem Bad

Über das Toepperbad gibt es regelmäßig Klagen. Zunächst verzögerte sich der Bau, dann wurde er deutlich teurer als erwartet, man verzichtete auf Teile der Außenanlage. Seit der Eröffnung gibt es Streit um die sehr kurzen Öffnungszeiten, durch die die Frühschwimmer am frühen Morgen vergrault wurden, und um die Wassertemperatur, die aus Kostengründen abgesenkt wurde. Die Besucherzahlen brachen ein.

Quelle: Rheinische Post

Lösungsansätze aus Sicht der Stadt Duisburg

Die Entfernungsgrenze von zwei Kilometern sei nicht durch die Stadt, sondern durch die “Schülerfahrtkostenverordnung”, geregelt, erklärte Stadt-Sprecher Peter Hilbrands die Praxis. Ungeachtet dessen einen Bus zu stellen wäre wegen der Haushaltslage unzulässig.

Auf Nachfrage unserer Zeitung signalisierte die Verwaltung allerdings Flexibilität. An der Heinrich-Heine-Gesamtschule hatte man bereits die Idee entwickelt, sich für den Weg zum Toepperbad mit Klassen der nahe gelegenen Lise-Meitner-Gesamtschule zusammenzutun. Diese liegt nämlich weiter als zwei Kilometer vom Bad entfernt und bekommt einen Bus.

Darauf würde die Stadt sich einlassen: “Es bestehen keine Bedenken, wenn die Lehrerin mit ihrer Klasse die zirka 800 Meter zur Lise-Meitner-Gesamtschule läuft und von dort im Bus mitfährt”, so Peter Hilbrands. Man würde das Busunternehmen dann darüber informieren, dass zukünftig mehr Personen befördert würden.

17. Dezember 2010

SchülerInnenbeförderung im ländlichen Raum gesichert

Eine drängende Modifikation des ÖPNV-Gesetzes konnte diese Woche im Landtag verabschiedet werden. Der Fortbestand von SchülerInnen-, Auszubildenden- und ,Semestertickets insbesondere im ländlichen Raum war davor stark gefährdet. Die alte schwarz-gelbe Landesregierung hatte dieses Problem ignoriert, weshalb wir die nun erfolgte schnelle Verbesserung sehr begrüßen.

Mit Beginn des nächsten Jahres wird eine eigene Pauschale geschaffen, um den gesamten öffentlichen Verkehr zu Schule, Uni und Ausbildungsstätte gewährleisten zu können. Die Gesamtzuwendungen des Landes für den ÖPNV erhöhen sich dadurch im Jahre 2011 um 100 Millionen Euro und ab dem Jahr 2012 um weitere 30 Millionen Euro. Diese gesetzlich verankerten Investitionen stellen einen bezahlbaren und zuverlässigen Fahrtweg für die Kinder und Jugendlichen sicher. Weiter wird die kommunale Verantwortung gewahrt und auch eine Weiterentwicklung von SchülerInnen- und Semestertickets ermöglicht.

Dennoch bleibt auch jetzt eine große Novellierung des Gesetzes zum öffentlichen Nahverkehr absolut notwendig. Wir werden dieses fehlerhafte Gesetz der Vorgängerregierung weiter auf Schwachstellen prüfen und generalüberholen.

Zuständig für dieses Thema:

16. Dezember 2010

Ministerin Löhrmann: „Wir sind gemeinsam auf dem Weg zur inklusiven Schule“ / Gesprächskreis Inklusion in Düsseldorf

“Auf dem Weg zum Gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen haben wir einen wichtigen Schritt getan”, sagte heute Schulministerin Sylvia Löhrmann in Düsseldorf nach einem Treffen des Gesprächskreises Inklusion am Vorabend. “Unser Ziel ist klar: Die allgemeine Schule soll zum Regelförderort auch für Kinder mit Behin­derungen werden, so wie es die UN-Behindertenrechtskonvention verlangt. Wir stehen am Anfang eines intensiven Prozesses. Als Gesell­schaft können wir den Weg zur inklusiven Schule nur gemeinsam gehen. Dazu werden wir jetzt einen Inklusionsplan entwickeln, in dem die weiteren Umsetzungsschritte genau beschrieben werden.” Erste Eckpunkte für den Inklusionsplan sollen bis zum Sommer 2011 vor­liegen.

Auf Einladung von Schulministerin Löhrmann nahmen gestern über 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Schule, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft in Düsseldorf am Gesprächskreis Inklusion teil. “Ich danke allen Teilnehmenden für die engagierte Diskussion. Sie war ein guter Auftakt für den vor uns liegenden Weg zu einer inklusiven Schule”, so Ministerin Löhrmann.

Bereits in der vorvergangenen Woche hatte der nordrhein-westfälische Landtag den fraktionsübergreifenden Antrag “UN-Konvention zur Inklusion in der Schule umsetzen” von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und CDU ohne Gegenstimmen verabschiedet.

Zur Entwicklung und Umsetzung des Inklusionsplans wird das Schul­ministerium eine Projektgruppe einrichten, die alle Aspekte dieser Quer­schnittsaufgabe für alle Schulformen bearbeiten soll. Die Arbeit wird wissenschaftlich begleitet. Der Transformationsprozess zur inklusiven Schule soll durch eine breite Fortbildungsinitiative unterstützt werden. Die Landesregierung wird dabei eng mit den Kommunen als Schulträgern zusammenarbeiten.

Löhrmann: “Auch die Rolle der 50 Pilotregionen mit Kompetenzzentren für sonderpädagogische Förderung wird berücksichtigt. Um den Akteuren in den Pilotregionen frühzeitig Planungssicherheit zu ge­währen, und um die Ergebnisse der Arbeit vor Ort in angemessener Weise evaluieren und bewerten zu können, wird die Pilotphase bis zu einer schulgesetzlichen Verankerung des Rechts auf inklusive Bildung verlängert.”
Bis es soweit ist, sollen die Bedingungen für das Gemeinsame Lernen im Rahmen des geltenden Rechts weiter verbessert werden. So sollen mit dem Nachtragshaushalt für das Jahr 2010 insgesamt 188 weitere Stellen für die Integrativen Lerngruppen in der Sekundarstufe I geschaffen werden. Löhrmann: “Insbesondere in den weiterführenden Schulen ist es erforderlich, das Gemeinsame Lernen auszubauen, um dem Wunsch vieler Eltern von Kindern mit Behinderungen nachzu­kommen, die eine allgemeine Schule und keine Förderschule als Unterrichtsort für ihre Kinder wünschen.” Die Integrationsquote in den allgemeinen Schulen liegt in der Grundschule derzeit bei gut 23 Prozent, bei den weiterführenden Schulen in der Sekundarstufe I hingegen bei nur rund neun Prozent.

Ministerin Löhrmann: “Bis zu einer von uns angestrebten landesgesetz­lichen Verankerung des Rechts auf inklusive Bildung werden wir im Rahmen des geltenden Rechts dem Wunsch der Eltern, ihren Kindern mit Behinderung das gemeinsame Lernen mit Kindern ohne Behin­derung zu ermöglichen, offensiv und soweit wie möglich Rechnung tragen. Da die Schulaufsicht mit Zustimmung des Schulträgers Gemein­samen Unterricht einrichtet, wenn die personellen und sächlichen Voraussetzungen vorliegen, appelliere ich an alle Beteiligten vor Ort, in diesem Sinne Lösungswege zu suchen.”

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Schule und Weiterbildung, Telefon 0211 5867-3505 oder -3506.


14. Dezember 2010

Herausforderung Schulzeitverkürzung im Landtag

am Mittwoch, den 15. Dezember findet um 10.00 Uhr im Plenarsaal des Landtages NRW eine Aktuelle Stunde zum Thema “Herausforderung Schulzeitverkürzung statt. Ein Thema was alle Eltern und SchülerInnen schon seit längeren beschäftigt. Die Umstellung auf G 8 in NRW wurde begleitet von einem Kreuzfeuer der Kritik: Das G8 sei zu schnell und zu überstürzt eingeführt worden, beklagen Lehrerverbände, Schulleiter und Eltern.

Die Proteste zeigten Wirkung: NRW rudert sogar ein Stück zurück. Auf Initiative der rot-grünen Regierung können die Gymnasien bis Dezember entscheiden, ob sie die Schulzeit wieder um ein Jahr verlängern. Die Resonanz auf dieses Angebot ist gelinde gesagt mäßig wie eine Umfrage der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ ergab. Unserer Meinung nach ist es wichtig, die Schulen bei der G 8 Reform stärker zu unterstützen.

Desweiteren wird in 2. Lesung das Vierte Gesetz zur Änderung des Schulgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen (4. Schulrechtsänderungsgesetz) Drucksache 15/24 vorgelegt.

Das Paket besteht aus: Gesetz zur Abschaffung der Kopfnoten an Schulen Drucksache 15/29, Gesetz zur Stärkung der Mitbestimmung von Schülerinnen und Schülern an Schulen Drucksache 15/28, Gesetz zur Aufhebung der verbindlichen Grundschulgutachten Drucksache 15/36, Gesetz zur Wiedereinführung der Grundschuleinzugsbzirke Drucksache 15/37.

Abgeschlossen wird das Ganze mit Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Schule und Weiterbildung Drucksache 15/861

Frank Jakobs

13. Dezember 2010

Eltern entscheiden wieder über die Wahl der Schule

Nach der vierten Klasse können Eltern wieder selbst entscheiden, welche Schule ihr Kind besuchen soll. Anderslautende Empfehlungen von Grundschulen sind nicht mehr bindend. Auch die Kopfnoten sind ab sofort weg.

Die Eltern von Viertklässlern in NRW können zum nächsten Schuljahr wieder selbst entscheiden, welche weiterführende Schule ihr Kind nach der Grundschule besucht. Anderslautende Empfehlungen für den Schulwechsel, die Eltern in diesen Wochen von den Grundschulen erhalten, sind nicht mehr bindend. Das bestätigte das Schulministerium auf Anfrage der NRZ. Einer entsprechenden Gesetzesänderung am Mittwoch im Landtag steht nichts mehr im Wege, weil die Linke sie nicht blockieren wird. Dies kündigte ihre Schulexpertin Gunhild Böth an.

„Das verbindliche Grundschul-Gutachten für die weiterführende Schule wird damit hinfällig”, sagte die Sprecherin von Schulministerin Löhrmann (Grüne). Diese Vorschrift war von der schwarz-gelben Regierung im Schulgesetz verankert worden. Danach konnte ein Grundschulkind beispielsweise nur dann zum Gymnasium wechseln, wenn es eine Genehmigung für diese Schulform hatte. Mit ihrer Korrektur will die Koalition den Elternwillen stärker berücksichtigen.

Korrigierte Gesetz soll zum Jahresende in Kraft treten

Mit dem Beschluss über die kleine Schulgesetznovelle, bei dem sich die Linke-Fraktion enthalten will, sollen auch die umstrittenen Kopfnoten schon auf den Halbjahres-Zeugnissen Anfang Februar nicht mehr erscheinen. Dieser Termin war bisher umstritten, weil bezweifelt wurde, ob die Schulen die organisatorisch en Änderungen schnell genug umsetzen können. Nach Angaben des Ministeriums soll das korrigierte Gesetz zum Jahresende in Kraft treten, zuvor werden die Schulen per Erlass über die Änderungen informiert.

Die drei Kopfnoten hatten CDU und FDP gegen starke Proteste eingeführt. Jede Schule soll jedoch nach dem rot-grünen Gesetzentwurf die Möglichkeit haben, Aussagen über das Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler in schriftlich ausgearbeiteter Form zu treffen.

Darüber entscheiden muss die jeweilige Schulkonferenz. „Die Eltern brauchen eine Rückmeldung”, sagte die SPD-Schulexpertin Renate Hendricks der NRZ. Auf dem Abgangszeugnis soll die Bewertung über das Verhalten der Schüler allerdings nicht mehr erscheinen.

NRW lehnt Einheitsabitur ab

Den Vorstoß von Bayern, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt, bis 2014 ein bundeseinheitliches Abitur zu entwickeln, lehnt NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) ab. „Wir wollen gemeinsam vereinbarte Standards, aber kein Einheitsgymnasium und kein Einheitsabitur.“ Der Vorstoß der fünf Länder bringe laut Löhrmann die Sache nicht weiter und solle offensichtlich von der „großen Wunde unseres Bildungssystems, nämlich der starken Abhängigkeit des Bildungserfolges von der sozialen Herkunft“, ablenken.

12. Dezember 2010

Beste Hauptschüler können genauso gut lesen wie schlechte Gymnasiasten

Deutschlands Schüler haben laut der Pisa-Studie im Lesen ein wenig aufgeholt. Die “Expertenleser” unter ihnen gehen fast alle aufs Gymnasium. Doch nach SPIEGEL-Information überlappen sich die Schulformen bei der Lesekompetenz – die besten Real- und Hauptschüler übertreffen sogar manche Gymnasiasten.

Hamburg – Einer von 167 Schülern in Deutschland kann laut der jüngsten Pisa-Studie erstklassig lesen: 0,6 Prozent der Teilnehmer erreichen den neu geschaffenen höchsten Kompetenzrang. Zu dieser Spitzengruppe zählen rund dreimal mehr Mädchen als Jungen. Nach SPIEGEL-Information stuft die deutsche Studie insgesamt 7,6 Prozent der hiesigen Teilnehmer als “Expertenleser” ein; dies entspricht dem OECD-Durchschnitt. Fast alle von ihnen gehen aufs Gymnasium.

Gleichzeitig macht die Studie aber auch deutlich, dass nicht alle Gymnasiasten gut oder auch nur besser als andere Schüler sind. Vielmehr gibt es eine “deutliche Überlappung der Verteilungen zwischen den Bildungsgängen”, berichten die deutschen Pisa-Forscher. Das oberste Viertel derjenigen, die einen Realschulabschluss anstreben, könne besser lesen als das schlechteste Viertel der Gymnasiasten. Sogar zehn Prozent der Schüler, die einen Hauptschulabschluss anstreben, lägen mindestens auf dem Niveau der unteren zehn Prozent am Gymnasium.

In ihrer Bilanz der Entwicklung seit der ersten Pisa-Studie 2000 fällen die Forscher Eckhard Klieme, Manfred Prenzel und Jürgen Baumert gemeinsam mit ihrer Kollegin Nina Jude ein zwiespältiges Urteil über die Gymnasien: Diese “nehmen zwar mehr Schülerinnen und Schüler auf”, doch “die Anteile der Schülerinnen und Schüler, die die höchsten Kompetenzstufen erreichen, stagnieren sowohl im Lesen als auch in der Mathematik”.

Dass Deutschland in der jüngsten Pisa-Studie im Lesen deutlich besser als vor neun Jahren abschneidet, liegt an den sehr schwachen Schülern: Deren Anteil hat sich stark verringert.

Quelle: Spiegel Online

Familienministerin Schröder für verpflichtendes Vorschuljahr

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat sich für ein verpflichtendes Vorschuljahr ausgesprochen. Während fast alle deutschen Kinder einen Kindergarten besuchten, seien es bei Kindern mit Migrationshintergrund nur etwa 80 Prozent, sagte Schröder. Daher hege sie viel Sympathie für die Idee der CDU-Landesvorsitzenden Julia Klöckner, in Rheinland-Pfalz ein verpflichtendes Vorschuljahr einzuführen.

Nach wie vor hätten viele Schüler, deren Eltern zugewandert sind, große Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, die das Lernen in der Schule erschweren. Frühkindliche Bildung sei also das A und O, sagte Schröder dem “Focus”.

Der Bund plant Schröder zufolge derzeit ein neues Programm zur Einführung des so genannten Elternbegleiters. Damit solle Eltern geholfen werden, besser für die Bildung ihrer Kinder zu sorgen. “Wir wissen, dass Eltern aus allen Schichten großes Interesse haben, ihre Kinder gut auszubilden – manchmal fehlt nur das Wissen darüber, wie das am besten gelingen kann”, sagte die Ministerin.

Schröder bekräftigte zugleich ihren Willen, wesentlich mehr Männer für den Erzieherberuf zu gewinnen. Vielen Jungen fehle eine männliche Bezugsperson.

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