Das Leben ist eine Baustelle, auch an Schulen. Das musste Mathias Eckhardt, Schulleiter der Regenbogenschule an der Ottostraße in Marxloh, erfahren.
Vor allem in diesem Schuljahr. Die gute Nachricht: Die Schule kann ihren Ganztagsbetrieb auch langfristig aufrecht erhalten. Die schlechte: Sie hat ihren Status als verlässliche Grundschule seit Anfang des Jahres verloren. Das ist für Eckardt und seine 19 Kollegen ein echtes Problem: Denn viele der 210 Jungen und Mädchen, die an der Regenbogenschule lernen, sind darauf angewiesen, dass sie vor dem Unterricht bis neun Uhr und nach den Schulstunden bis 14 Uhr betreut und beaufsichtigt werden. Damit ist es seit Januar vorbei (wir berichteten).
Denn damals ging eine Betreuerin, die sich in dieser Zeit jahrelang um die Kinder kümmerte, in Mutterschutz. Die Duisburger Arge lehnte es trotz eines eindringlichen Briefes ab, die Stelle neu zu besetzen. Auch die zweite Stelle für die verlässliche Betreuung der Kids fiel weg, Mitte Mai. Zur Begründung verwies die Arge Duisburg auf die Kürzungen bei den Ein-Euro-Jobs.
Aus dem gleichen Grund winkte auch die Gesellschaft für Beschäftigungsförderung (GfB) ab. „Damit wurde eine Säule unseres pädagogischen Konzepts einfach weggetreten“, seufzt Eckardt. „Immerhin haben wir seit Juni jemanden gefunden, der rund 20 der Kinder vor und nach dem Unterricht betreut. Das ist auf Dauer aber auch keine Lösung.“ Daher sucht Eckardt weiter nach Sponsoren.
Vor kurzem schrieb der Pädagoge (62), seit mehr als acht Jahren Leiter der Schule, einen Brief an die Bezirksregierung in Düsseldorf, in dem er um Hilfe bat. Denn so einer wie Eckardt gibt nicht so schnell. Er hat gelernt zu kämpfen. Aber, wie jeder steuerzahlende Bürger weiß: Die Mühlen der Bürokratie mahlen oft sehr langsam. Eine Antwort aus Düsseldorf kann dauern.
Immerhin kann die Regenbogenschule den Kindern und ihren Eltern einen normalen Ganztagsbetrieb bis 16 Uhr garantieren, wenn auch nicht mehr in der gewohnten Qualität. Im Schulkinderhaus, das im Frühjahr sein 20-jähriges Bestehen feierte, bekommen nach wie vor viele Kinder nicht nur ein warmes Mittagessen. Sie werden dort auch bei den Hausaufgaben betreut, können danach drinnen und draußen spielen, treiben Sport. Eckardt: „Das bleibt auch so.“ Andererseits: Zu allem Überfluss ist auch die musische Bildung der Regenbogenkinder gestrichen, auch eine wichtige Säule der Schulbildung.
Da ist das Bildungspaket, das Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf den Weg brachte (10 Euro pro Monat und Kind), für Eckardt nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Zumal es mitunter lange dauert, bis Anträge genehmigt sind. Eckardt: „Es macht doch keinen Sinn, wenn ein Antrag genehmigt wird, wenn die Klassenfahrt längst vorbei ist.“
Quelle: Der Westen.de


















