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Blog der Stadtschulpflegschaft Duisburg - Die Elternvertretung in der Stadt Duisburg


15. März 2010

Perspektive Hauptschule

Modellprojekt “Zeig was du kannst” Video zum Bericht

Hauptschüler haben es schwer, sich bei Bewerbungen gegen ihre Mitbewerber aus Realschule oder sogar Gymnasium durchzusetzen. Statt voller Hoffnung die Schule zu verlassen, plagen viele Jugendliche Zukunftsängste. “Hauptschüler, die sind nix, die schaffen nix, die werden nix”, so der Tenor auch an einer Düsseldorfer Hauptschule. Immerhin gibt es in Deutschland 4283 Hauptschulen, von denen 2008 insgesamt 275.229 junge Menschen die Schule verlassen haben.

Und die Statistik belegt: den direkten Sprung in die Ausbildung schaffen laut des Deutschen Jugendinstituts im bundesweiten Durchschnitt nur 25 Prozent der Hauptschüler, sieben Prozent aller Abgänger verlassen die Schule sogar ohne Abschluss.

Damit nicht genug: nach eigener Einschätzung der Schulleiter in PISA 2003 gehören 65 Prozent der Hauptschulen zu so genannten belasteten Schulen, die es also mit schlechter Ausstattung, wenigen Fachkräften und einem hohen Anteil verhaltensauffälligen Schülern zu tun haben. In der Öffentlichkeit wird die Hauptschule allgemein immer öfter als Problemschule betrachtet.

“Zeig was du kannst”
Chancentod Hauptschule? Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft und das Bundesministerium für Bildung und Forschung wollen diesem Vorurteil entgegen steuern. Gemeinsam initiierten sie das Modellprojekt “Zeig was du kannst! Erfolgreich ins Berufsleben starten”. Die Initiative begleitete bisher insgesamt 329 Jugendliche von der Schulbank bis in die Ausbildung.

18 Schulen in Berlin, Bremen, Düsseldorf und München machen bei der Aktion mit. “Ziel ist es, das Selbstbewusstsein der Schüler zu stärken und sie zu motivieren, sich weiterzuentwickeln und den eigenen Werdegang aktiv zu gestalten”, erläutert Projektleiter Marcel Nikolov. Den Teilnehmern sollen Perspektiven aufgezeigt und Hilfestellung geboten werden, damit sie beruflich richtig durchstarten oder einen höheren Schulabschluss erreichen können.

Stichwort Partnerschaft
Vom vorletzten Schuljahr bis zum Ende des ersten Lehrjahres werden die einzelnen Schüler von Coaches und Vertrauenslehrern betreut. Besonders hilfreich bei der erfolgreichen Vermittlung sind regionale Partnerschaften mit Unternehmen. Die Teilnehmer können zum Beispiel in Krankenhäusern oder in Automobilfirmen mit Auszubildenden und Ausbildungsleitern sprechen und sich so ein Bild von ihrem Wunschberuf machen.

Der 14-jährige Christian Pejic aus München hat durch einen Workshop “Meine Begabungen und Talente entdecken” herausgefunden, dass er kontaktfreudig ist und gerne Menschen berät. Jetzt hat er eine ganz genaue Vorstellung, wie es für ihn weiter gehen soll: “Ich will meinen Realschulabschluss auch noch schaffen und dann Verkäufer in der Modebranche werden.” Er will zeigen was er kann.

Erste Erfolge
2009 haben schon die ersten Teilnehmer gezeigt, was sie können. Alle Schüler haben die Hauptschule erfolgreich abgeschlossen. Eine duale Berufsausbildung haben rund 45 Prozent begonnen. 39 Prozent besuchen mittlerweile eine weiterführende Schule, um einen höheren Abschluss zu erreichen.

Nur wenige der Jugendlichen im Programm haben ein berufsvorbereitendes Bildungsangebot angenommen. Teilnehmerin Lisa Anita Auffanger (15) lässt sich mittlerweile als Fachkraft für Lagerlogistik ausbilden und ist der Meinung: “Wer wirklich will, der schafft das auch”.

Quelle: ZDF - Länderspiegel

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