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Blog der Stadtschulpflegschaft Duisburg - Die Elternvertretung in der Stadt Duisburg


31. Mai 2010

SPD hält an Grundschule fest

Düsseldorf. In Sachen Schule versteht die SPD keinen Spaß: Die Sozialdemokraten wollen die Politik der schwarz-gelben Landesregierung gründlich korrigieren, halten aber an der vierjährigen Grundschule fest.

Vor fünf Jahren krempelten CDU und FDP das NRW-Schulgesetz nach der gewonnenen Wahl in nur drei Wochen völlig um: Lehrern wurde mit der „verbindlichen Grundschulempfehlung” das letzte Wort zugesprochen, welche weiterführende Schule ein Kind besuchen darf. Kopfnoten wurden eingeführt, Grundschulbezirke abgeschafft, in der Schulkonferenz erhielten Lehrer Stimmenmehrheit vor Eltern und Schülern. All das und noch mehr will die SPD jetzt korrigieren. Als gravierendste Reform strebt sie aber die Einführung der Gemeinschaftsschule an.

Die vierjährige Grundschule wird demnach nicht angetastet. Anschließend ist in der Gemeinschaftsschule das gemeinsame Lernen für alle bis Klasse 6 verpflichtend. Ab Klasse 7 können die Kinder auf die Bildungsgänge Gymnasium, Real- oder Hauptschule aufgeteilt werden. Wahlweise kann in Absprache mit Schulträgern und Eltern der gemeinsame Unterricht bis Klasse 10 fortgesetzt werden. Danach ist ein Wechsel in die gymnasiale Oberstufe möglich.

„Wir wollen die Gemeinschaftsschule flächendeckend ermöglichen”, sagt SPD-Schulexpertin Ute Schäfer. Sie solle „mit den Menschen entwickelt” werden. Ein SPD-Parteitag hatte noch die „verbindliche” Einführung beschlossen. Ziel der Grünen ist es, pro Jahr zehn Prozent der Schulen aus der Sekundarstufe I auf den Weg zur „Einen Schule für alle Kinder” zu bringen.

Dabei setzen sie auf Anreize: Klassen mit maximal 25 Kindern, gute Ganztagsangebote und Lehrerfortbildung. „Letztlich gibt es keine Unterschiede”, vergleicht Fraktionschefin Sylvia Löhrmann die Modelle von Rot und Grün.

Für die SPD ist die Gemeinschaftsschule eine Frage der Glaubwürdigkeit. „An diesem Punkt haben wir am deutlichsten Vergangenheitsbewältigung betrieben”, sagt ein Genosse. Für Schäfer wäre es „sinnvoll”, den Verfassungsrang, den die Hauptschule in NRW genießt, abzuschaffen: „Das würde die Einführung der Gemeinschaftsschule erleichtern.” Dafür wäre allerdings eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag nötig.

Quelle: NRZ

12. April 2010

Pinkwart: Klassen künftig nicht größer als 25 Schüler

Künftig nur noch 25 Kinder pro Schulklasse
Künftig nur noch 25 Kinder pro Schulklasse
Die Liberalen wollen nach der Landtagswahl am 9. Mai weitere Verbesserungen an den Schulen durchsetzen. „Vorrangig ist für uns das Ziel, möglichst rasch zu kleineren Klassen mit nicht mehr als 25 Schülern zu kommen“, erklärte der FDP-Landesvorsitzende Andreas Pinkwart gegenüber der Nachrichtenagentur ddp. Dazu sollen 1.000 Schulassistenten eingestellt werden. Mit einem Schulfreiheitsgesetz wolle man den Schulen zudem mehr Möglichkeiten an die Hand geben, den Unterricht zu verbessern.

Die geplanten 1.000 Schulassistenten sollen eingestellt werden, damit sich die Lehrer ganz dem Unterricht widmen können und von bürokratischen Aufgaben befreit werden“, so Pinkwart.

Der Minister betonte zudem, die FDP stehe „für Schulvielfalt“. Die Liberalen „wollen dort, wo es gewünscht wird, zulassen, dass sich Haupt-, Real- und Gesamtschulen zu regionalen Mittelschulen zusammenschließen können“, so Pinkwart. „So schaffen wir beste Aufstiegschancen für alle Kinder. Als Wissenschaftsnation brauchen wir auch in Zukunft starke Gymnasien. Eine Einheitsschule lehnen wir strikt ab“.

“Zweite Priorität neben der Bildung hat für uns der Bürokratieabbau und eine moderne Verwaltung“, sagte der stellvertretende NRW-Ministerpräsident. „Wir wollen noch einmal bis zu 14 000 Stellen in der Landesverwaltung abbauen - in allen Bereichen mit Ausnahme der Bildung.“ Nur so sei es möglich, „die Spielräume für Bildung, Innovation und solide Haushalte“ auszuschöpfen. „Dazu gehört auch ein Steuer- und Transfersystem, das den Fleißigen belohnt und nicht den Findigen“, so Pinkwart.

Quelle:FDP

Aufgaben von Schulassistenten sind u.a.

- Anfertigen von Kopien und Folien,
- Lehrmittelverwaltung und – betreuung,
- Mitwirkung bei der Schulbuchausleihe,
- Bibliotheksverwaltung,
- Betreuung der audio-visuellen Geräte,
- Medienausleihe,
- Betreuung der Sammlungen usw.

Schulassistentenbrauchen brauchen für Ihre Tätigkeit keinerlei pädagogische Ausbildung. Schulassistent ist kein Ausbildungberuf sondern eine Anlerntätigkeit.  Bisher gibt es keine nachprüfbare Aufbereitung von Daten wie hoch der Anteil von LehrernInnen für sogenannte schulfernen Tätigkeiten ist.

Frank Jakobs

29. März 2010

Sommers virtuelle Lehrkräfte

In der Beratung zweier Großer Anfragen zur Lage der Schulen in NRW und zu den Ergebnissen des Dresdner Bildungsgipfels betonte die Regierungskoalition wiederum, wie stolz sie auf die Schaffung von über 8.000 Lehrerstellen seit 2005 sei und damit Unterrichtsausfall  bekämpft habe. Das wird regelmäßig als das größte Verdienst von Schwarz-Gelb in der Schulpolitik betont. Doch im Datenteil der Antwort auf die Großen Anfragen wird deutlich: Es werden Äpfel mit Birnen verglichen und es werden Stellen mehrfach gerechnet. Es gibt eine Reihe von Umständen, die mehr Lehrkräfte erforderlich machten, ohne dass das mit dem Kampf gegen Unterrichtsausfall zu tun hatte. Mehr SchülerInnen in den Berufskollegs erforderten 1.250, Englisch in der Grundschule 800 und die vorgezogene Einschulung 1.200 Stellen. Die Veränderung in der Sekundarstufe I durch das G8 machte 4.300 Stellen erforderlich. Das Festhalten an zu kleinen Hauptschulen aus ideologischen Gründen kostet 1.000 Stellen. 900 Stellen tauchen plötzlich in der Statistik auf, und entpuppen sich als schlichte Umetikettierung der Vertretungsreserve. 5.500 Stellen werden durch die Rückerstattung der sogenannten Vorgriffsstunden nötig.

Fazit: Die tolle Bilanz wird bei genauerem Hinsehen peinlich. Denn an den Unterrichtsbedingungen hat sich nichts geändert. Zusätzliche Lehrkräfte etwa für Individuelle Förderung sind entgegen der Ankündigung nicht geschaffen worden.

Quelle: Landes Grünen