25. Januar 2012
Im März 2011 wollte die CDU u.a. noch die Gobus Gesamtschule schließen. Jetzt arbeitet sie daran eine eigene Oberstufe zu bekommen. Fünfzügig wird sie in das neue Schuljahr starten womit eine Oberstufe gesichert wäre. Eine gymnasiale Oberstufe in einer Gesamtschule vermittelt eine vertiefte allgemeine Bildung, die für ein Hochschulstudium notwendig ist und auf die Berufs- und Arbeitswelt vorbereitet.Der größte Unterschied zum Gymnasium sind die 9 Schuljahre die bis zum Abitur führen während es bei den Duisburgern Gymnasium 8 Jahre sind. Letztendlich ist es immer die Elternverantwortung die entscheidet in welcher Schulform sie ihr Kind anmelden.
24. Januar 2012
Einstimmig unterstützte der Bonner Schulausschuss am 29.11.2011 die Anträge der Marie-Kahle-Gesamtschule und er 5. Bonner Gesamtschule, im Schuljahr 2012-2013 integrative Lerngruppen einzuführen, damit beschreiten alle Gesamtschulen in Bonn den Weg der Inklusion. Auch der bereits mit gemeinsamem Unterricht begonnene erste Jahrgang der 5. Gesamtschule wird damit so verändert, dass mindestens zwei neue Plätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf entstehen und in den Integrationsklassen Doppelbesetzung im Unterricht nicht mehr die Ausnahme bleibt.
Quelle: GEW Stadtverband Bonn
23. Januar 2012
Die rot-grüne Minderheitsregierung hat die verpflichtende Grundschulempfehlung abgeschafft – trotzdem entscheiden in NRW nach wie vor die Grundschullehrerinnen darüber, ob ein Kind nach der vierten Klasse eine Hauptschule, eine Realschule oder das Gymnasium besucht. Obwohl die rot-grüne Minderheitsregierung die verpflichtende Grundschulempfehlung abgeschafft hat, entscheiden in NRW nach wie vor die Grundschullehrerinnen darüber, welche Schulform ein Kind nach der Grundschule besucht.
Dies hat eine WAZ-Befragung von Schulen und Verbänden ergeben. Zwar dürfen Schulen ein Kind aufgrund des Grundschulgutachtens nicht mehr ablehnen. Faktisch aber werden in Einzelgesprächen die Eltern so lange „überzeugt“, bis sie eine andere Schulform suchen. „Die Schulleiter führen in der Regel intensive Gespräche“, sagt Udo Beckmann, Vorsitzender des Lehrerverbandes Bildung und Erziehung, „die Eltern klar machen, dass das Kind mit einer Hauptschulempfehlung wahrscheinlich auf der Realschule überfordert ist.“ Auch die Grundschulexpertin der Lehrergewerkschaft GEW, Rixa Borns, berichtet von dieser Praxis.
Es ist noch nicht lange her, da herrschte bereits in den dritten Grundschulklassen Panik. Eine Drei im Diktat, eine Mathearbeit versemmelt, bei der Vera-Vergleichsarbeit die Aufgaben nicht kapiert – war es das nun mit dem Gymnasium? In den Jahren 2006 bis 2010 entschieden schließlich die Grundschullehrerinnen mit ihren Gutachten über die Schullaufbahn ihrer Schülerinnen und Schüler. Wenn „Realschule“ auf der Empfehlung stand, mussten die Eltern ihren Kindern mit dem dreitägigen Prognose-Unterricht ein aufwendiges Testverfahren zumuten, wenn sie dennoch den Besuch auf einem Gymnasium durchsetzen wollten.
Die rot-grüne Minderheitsregierung beendete 2010 die Macht der Grundschullehrer. Der Elternwille sollte entscheidend sein bei der Wahl der Schulform. Seitdem dürfen sie kein Kind mehr ablehnen, weil es ihnen aufgrund der Grundschulbeurteilung als nicht geeignet erscheint für das Gymnasium oder die Realschule.
Gewerkschaft: „Mitunter wird den Eltern Angst gemacht“
Herrscht nun Anarchie? Stürmen Schüler mit Hauptschulempfehlung Realschulen und Gymnasien? In der Tat wird der Andrang vermeintlich nicht geeigneter Kinder an den höheren Schulformen größer. Für viele Schulen ändert sich aber wenig – weil sie Eltern so lange beraten, bis sie ihr Anliegen zurückziehen und ihr Kind an einer anderen Schule anmelden.
Zum Beispiel beim Oberhausener Elsa-Brändström-Gymnasium, eine Schule, die aufgrund ihrer Montessori-Pädagogik und Begabtenförderung einen guten Ruf hat. Dort spricht die Schulleiterin Brigitte Fontein mit Eltern und Kindern, weist auf die Risiken hin und warnt vor Überforderung. „Eltern merken dann in der Regel, dass der Besuch des Gymnasiums schwierig werden könnte und entscheiden sich für eine andere Schulform“, sagt Brigitte Fontein.
Die Essener Elsa-Brändström-Realschule ist stolz auf ihr hohes Niveau, zu dem auch bilingualer Unterricht gehört. Mit Hauptschulempfehlung sei das kaum zu schaffen, sagt der stellvertretende Leiter der Schule, Andreas Roy-Werner. Dort laufe die Beratung darauf hinaus, Eltern und Kindern die Haupt- oder Gesamtschule nahe zu legen.
Bei diesen Gesprächen werde den Eltern mitunter auch Angst gemacht, glaubt allerdings Rixa Borns, Landesvorsitzende der Fachgruppe Grundschule der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. „Sie haben dann das Gefühl, ihr Kind habe ohnehin keine Chance, die Erprobungsstufe zu überstehen,“
Das Niveau soll bleiben
In der Tat wollen Gymnasien und Realschulen mit ihrer Beratung erreichen, dass sie ihr Niveau halten. So bezeichnet der Vorsitzende des Westfälisch-Lippischen Lehrerverbandes, Rüdiger Käuser, die Beratung an den Schulen als durchaus erfolgreich: „Die Freigabe des Elternwillens hat an Gymnasien unterm Strich zu keiner wesentlichen Veränderung der Schülerstruktur geführt.“ Allenfalls in ländlichen Regionen mit wenigen Alternativen komme es öfter vor, dass Eltern trotz anderer Empfehlung ihr Kind unbedingt aufs Gymnasium schicken wollen, sagt der Schulleiter des Siegener Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums.
Mitunter setzen sich aber auch Eltern durch, und zwar erfolgreich: „Einige Kinder entwickeln sich tatsächlich besser, als wir es erwartet haben“, räumt Schulleiterin Brigitte Fontein ein. Manche seien eben Spätstarter. Meistens seien die Erfahrungen aber andere, sagt sie – weshalb sie sich von beratungsresistenten Eltern unterschreiben lasse, sie seien auf das Risiko hingewiesen worden, dass das Kind das Gymnasium eventuell wieder verlassen müsse.
Barbara Wiesemann, Leiterin der Annette-von-Droste-Hülshoff-Realschule in Bochum, erzählt von ihren schlechten Erfahrungen. Im vergangenen Jahr hatte sie Kinder mit Hauptschulempfehlung aufgenommen. Leider hätten manche nicht die Förderangebote der Schule angenommen. „Ich würde mir wünschen, dass die Grundschulempfehlung wieder verbindlich wird“, sagt sie nun. Norbert Schwarzkopf, Leiter der Lessing-Realschule in Gelsenkirchen, musste 2011 ein Drittel Schüler mit Hauptschul- oder eingeschränkter Realschulempfehlung aufnehmen. „Für mich sind die Empfehlungen kein Evangelium. Aber tendenziell sind sie meist richtig. Wir können nur appellieren und beraten.“
Juristisch zählt nur das Losverfahren
Und was tun, wenn es mehr Bewerber als Plätze an einer Schule gibt? „Das einzige juristisch haltbare Verfahren ist das Losverfahren“, erklärt der Bochumer Schulverwaltungsamtsleiter Ulrich Wicking. „In Zeiten der Inklusion kann ich nicht jemanden ablehnen, weil er die falsche Empfehlung hat.“ Harald Willert, Sprecher der Schulleitervereinigung NRW, präzisiert: „Jedes Kind hat Anspruch auf einen Platz in der Schulform, aber nicht in der Schule seiner Wahl.“
Direktorensprecher Rüdiger Käuser warnt in dem Zusammenhang vor einem Abschulungsverbot, wie es derzeit diskutiert wird. „Wenn wir Kinder, die bei uns nicht mitkommen, nicht rechtzeitig an eine Realschule weiterleiten dürfen, kann es passieren, dass sie am Ende ohne jeden Abschluss abgehen müssen. Wer den Elternwillen zum Maßstab macht, solange Gymnasien bei ihren Strukturen bleiben, muss das bedenken.“
Sibylle Raudies, Birgitta Stauber-Klein Der Westen.de
20. Januar 2012
In Zeiten von Pisa-Untersuchungen, Bundesländervergleichen und Schul-Rankings mag der Hinweis hilfreich sein, dass sich die Qualität von Schule nicht restlos nach nackten Zahlen beurteilen lässt.
Gespartes Geld und gesparte Zeit sind kein hinreichendes Kriterium für gute Bildung. Eltern und Schüler, die unter der dilettantischen Einführung des "Turbo-Abiturs" litten, werden das gern bestätigen.
Umso mehr lässt die Entscheidung der nordrhein-westfälischen Schulministerin Sylvia Löhrmann aufhorchen, die sich gegen den Landesrechnungshof stellt und ihren eigenen Erlass rückgängig macht, dass am Halbjahres-Zeugnistag bis zur Mittagsglocke Unterricht erteilt werden muss. Löhrmanns Signal, nicht wegen drei Unterrichtsstunden pro Jahr weiteren Frust an den Schulen zu produzieren, verdient Respekt – ebenso wie die Offenheit, mit der die Ministerin einen Fehler eingesteht.
Dass oft schon mit den Zeugniskonferenzen der Unterrichtsbetrieb praktisch kollabiert, steht auf einem ganz anderen Blatt. Das Problem dürfte aber durch Erlasse kaum in den Griff zu bekommen sein. Gute Schulausbildung erweist sich da einmal mehr als Einstellungsfrage – in diesem Fall mindestens so sehr aufseiten der Lehrer wie der Schüler.
Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion
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17. Januar 2012
Teilweise chaotische Verkehrszustände herrschten in der ersten Woche nach dem Teilumzug der St. George’s School von den beiden Standorten in Wanheimerort nach Ungelsheim. Zwischen 15 und 15.30 Uhr gab es an jedem Tag fast kein Durchkommen mehr auf der Straße Am Neuen Angerbach, da Eltern dann mit ihrem Fahrzeug ihre Kindergarten- und Schulkindern von der Privatschule abholten. Danach ist der Spuk wieder vorbei, fließt der Verkehr normal. Richtung Mündelheimer Straße gibt es Rückstaus bis zum XXL-Sportcenter.
„Die Eltern müssen halt auch noch lernen. Ich gehe davon aus, dass sich das in Zukunft einspielen wird“, so Projektleiter Udo Großmann von der St. George’s School. Wie berichtet, sind nach den Ferien rund 350 Kinder, etwa die Hälfte der geplanten Sollzahl, in die teilweise umgebaute sowie neu gebaute Schule in Ungelsheim umgezogen.
Großmann führt die angespannte Verkehrslage zu den Zeiten des Schulschlusses nicht nur auf die ungewohnten Wege für die Eltern zurück, sondern auch auf die Tatsache, dass der große Lehrerparkplatz, geplant sind rund 90 Stellplätze, noch nicht komplett nutzbar ist, da auf der neu gepflasterten Fläche noch überall Sand liege.
Vor allem der „Kiss-and-Ride-Bereich“ direkt vor der Schule, hier können die Eltern vorfahren und in einem Einbahnstraßensystem neben der Straße Am Neuen Angerbach die Kinder ein- oder aussteigen lassen, sorgt für lange Rückstaus auf der Straße. Genervte Eltern stellen dann kurzerhand ihre Autos – auch in falscher Fahrtrichtung – auf beiden Straßenseiten ab und sorgen für zusätzliche Hindernisse. Die Schule gibt sich alle Mühe dem Ansturm der vielen Autos Herr zu werden, hat am Freitag sogar eigene Ordner sowie Lehrer dazu abgestellt, die Kinder schneller in die Autos der Eltern zu bekommen.
„Ich habe vom Minigolfplatz zu meinem Haus auf der Braunlager Straße eine gute halbe Stunde gebraucht, so verstopft war die Straße“, teilt ein Anwohner im Gespräch mit der Redaktion mit. Und sein Ärger über die neuen Nachbarn geht auch weiter. „Uns hat man bei der Informationsveranstaltung in den Räumen des Arbeiterwohlfahrt-Treffpunktes damals zugesichert, dass die Baustelle nur von der Straße Am Neuen Angerbach angefahren wird. Dies war aber gar nicht der Fall, der Bauverkehr sorgte für ständigen Ärger auf der Braunlager Straße“,so der Anwohner weiter. Er berichtet von einem weiteren Ärgernis: „Da haben ausländische Bauarbeiter teilweise in ihren Autos geschlafen. Nachts wurden dann die Türen geschlagen, wenn die Arbeiter auf die Toilette mussten.“
Hatte sich Stuart Horton, Geschäftsführer der Privatschule, bei der Informationsveranstaltung noch auf eine gute Nachbarschaft mit den Anwohnern gefreut, so scheint diese nun mehr als erste Risse bekommen zu haben.
Statikprobleme an den alten Gebäuden, die entkernt wurden, haben dazu geführt, dass die St. George’s School nicht wie geplant komplett nach den Ferien umziehen konnte.
Die Anwohner rund um die Schule rechnen mit weiteren Belastungen, wenn auch die restlichen Schüler – derzeit sind der Kindergarten und die unteren Klassen bereits umgezogen – in der neuen Schule Quartier beziehen.
Quelle: WAZ
Florian Müller
9. Januar 2012
Der Sing-Day, einer der schönsten Erfolge im Kulturhauptstadtjahr, soll in diesem Sommer in 50 Städten und Gemeinden der Ruhr-Region wiederholt werden. Auch Duisburg ist dabei. Am 12. Januar gibt es Infos im CityPalais. Der !SING – DAY OF SONG 2012 steht in den Startlöchern für seine Neuauflage im Juni 2012, und alle singen mit: In rund 50 Städten sind bereits Veranstaltungen geplant, renommierte Kooperationspartner bringen sich ein, Theater, Bühnen und Veranstaltungshäuser feilen an ihrem Beitrag für den !SING – DAY OF SONG 2012.
Nicht nur Chöre, auch alle Einzelsänger aus Leidenschaft lassen es am Samstag, 2. Juni 2012 aus allen Gassen, Häusern und Hallen klingen: "Verbindung durch Gesang" heißt das Thema für den zweiten !SING – DAY OF SONG, der an den Erfolg im Kulturhauptstadtjahr anknüpft. Mehr als 10 000 Sänger sind schon jetzt dabei, und von Unna bis zum Niederrhein wird nach kuriosen Orten für außergewöhnliche Gesangseinlagen gefahndet: "Verbindung durch Gesang", heißt das Motto des zweiten Gesangsfestivals in der Metropole Ruhr, das nun unter der Trägerschaft der Ruhr Tourismus GmbH steht. Einen besonderen Schwerpunkt bildet 2012 das Singen mit Kindern. Für die Kita- und Kindergartenkinder gibt es ab Ende Januar ein eigenes Liederbuch, das ab sofort per Anmeldung kostenlos bestellt werden kann. Für Grundschüler gibt es ab Mitte Januar ein eigenes Liederangebot, das an alle angemeldeten Schulen als Kopiervorlage verschickt wird, inklusive Hörbeispiele. Auch hier müssen sich Schulen vorher anmelden.
7. Januar 2012
Jede achte Kommune in NRW will zum neuen Schuljahr im Sommer eine Sekundarschule einrichten. Das Schulministerium gab bekannt, den Bezirksregierungen lägen 51 Anträge vor. Da teilweise bis zu drei Kommunen gemeinsam eine Schule gründen wollen, sind insgesamt 56 Städte und Gemeinden beteiligt. Aus unserer Region haben Monheim, Kleve, Dinslaken, Kamp-Lintfort, Alpen, Jüchen, Straelen/Wachtendonk und Issum/Kerken Anträge bei der Bezirksregierung Düsseldorf gestellt.
Die meisten Anträge (18) kommen aus dem Regierungsbezirk Arnsberg, je neun aus den Bezirken Düsseldorf und Köln, acht aus Detmold und sieben aus Münster. Nur sieben Sekundarschulen sollen in Großstädten entstehen (Dortmund, Hamm, Gelsenkirchen, Münster, Essen, zweimal Bochum). Die Sekundarschule ist Kern des Schulkompromisses, den SPD, Grüne und CDU im Sommer geschlossen hatten. Zur Einrichtung sind mindestens drei Klassen zu je 25 Schülern nötig. Bis zur sechsten Klasse lernen alle Kinder gemeinsam; danach kann nach Leistung oder Bildungsgängen differenziert werden. Viele Sekundarschulen entstehen anstelle bestehender Haupt- und Realschulen. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) zeigte sich erfreut, “dass sich so viele Kommunen auf den Weg machen”: “Hier zeigt sich, dass der Schulkonsens genau den richtigen Weg geebnet hat.” Die Anträge müssen noch von den Bezirksregierungen bearbeitet und vom Ministerium genehmigt werden. Zum Beginn der Anmeldungen im Februar sollen aber alle Kommunen Klarheit haben, ob die Schulen starten können. Zudem wollen 21 Kommunen neue Gesamtschulen einrichten. Ihre Gründung ist im “Schulfrieden” erleichtert worden. In der Region sind Kleve und Willich dabei. Quelle: RP
5. Januar 2012
– es gilt das gesprochene Wort! –
Sehr geehrte Damen und Herren
ich freue mich, Sie als die Teilnehmer der Schulleitertagung auch in diesem Jahr wieder bei uns im Auswärtigen Amt begrüßen zu können. Ich bin der Meinung, dass unser Amt der passende Ort für diese Veranstaltung ist Wir bringen damit zum Ausdruck, dass die Auslandsschulen zentrale Pfeiler der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik sind.
Das Jahr, das hinter uns liegt, war wichtig und auch positiv für das Auslandsschulwesen. Wir haben viel gemeinsam erreicht und wichtige Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Auslandsschulen gelegt. Es galt aber auch, schwierige Situationen gemeinsam zu meistern. Ich denke z.B. an die Katastrophe in Japan oder an die Umbrüche in der arabischen Welt, von denen auch Auslandsschulen betroffen waren. Ihnen allen an dieser Stelle meinen herzlichen Dank für Ihren Einsatz, besonders, wenn dieser unter schwierigen Umständen erfolgen musste. In diesen Dank möchte ich die Mitarbeiter der ZfA mit einbeziehen. Im Falle Japans haben Sie viel Kreativität und persönlichen Einsatz gezeigt, um den betroffenen Abiturienten ein erfolgreiches Abitur in Köln zu ermöglichen. Dafür spreche ich Ihnen mein Kompliment und meine Anerkennung aus!
Lassen sie mich kurz die (aus meiner Sicht) wichtigsten Ereignisse des Auslandsschuljahres 2011 nochmals kurz beleuchten:
Das Ereignis mit den nachhaltigsten und weitest reichenden Weichenstellungen für das Auslandsschulwesen war sicherlich die Verabschiedung des gemeinsamen Reformkonzepts von Bund und Ländern. Das Reformkonzept ist eine notwendige Reaktion auf die sich in den letzten Jahren veränderten finanziellen, rechtlichen und personellen Rahmenbedingungen.
Ich denke zum Beispiel an den hälftigen Versorgungszuschlag für vermittelte beamtete Lehrkräfte, den der Bund von den Ländern und das ohne vorherige Absprache, übernehmen musste, an die schlechte Bewerberlage bei den Lehrkräften oder eine sich veränderte Nachfragesituation bei den Schulabschlüssen.
Bei meinen Reisen nach China und Vietnam dieses Jahr habe ich erneut erlebt, dass unsere international ausgerichtete Klientel aus der Wirtschaft nicht mehr nur rein deutsche Abschlüsse nachfragt, sondern dass für sie internationale Abschlüsse mit einem angemessenen Deutschanteil immer attraktiver werden.
Das Interesse an deutscher Sprache und Kultur und an deutschen Bildungsinhalten ist nach wie vor stark. Es wird aber ergänzt um ein ebenso starkes Interesse an Englisch, Französisch oder Spanisch.
Unsere erste Reaktion hierauf war die Einführung der DIAP, der Deutschen Internationalen Abiturprüfung, die fremdsprachliche Elemente verstärkt berücksichtigt.
Dieser geänderten Nachfrage können wir an neuen Standorten aber auch durch das GIB, das Gemischtsprachige Internationale Baccalaureat, das einen hohen Deutschanteil hat, entsprechen. Gerade in Asien und Lateinamerika geben wir den Schulen damit eine Chance, sich der starken Konkurrenz internationaler Schulen mit einem attraktiven Angebot zu stellen. Das GIB trägt der Bedeutung, die wir der Verbreitung der deutschen Sprache beimessen, Rechnung und ermöglicht zugleich den direkten Hochschulzugang in Deutschland. . Ich hoffe, dass auch die KMK die durch das GIB gegebenen Chancen klarer erkennt: Deutlich mehr junge Menschen an die deutsche Kultur und möglicherweise an ein Studium in Deutschland heranzuführen als bisher.
Wir rücken mit dieser Ergänzung unsres Angebots nicht vom Abitur als unserem zentralen Schulziel ab. Die Abitursschulen bleiben unsere „Bildungs-Leuchttürme“ im Ausland. Wir wollen keine Abiturschule umwandeln. Aber wir schaffen damit die Möglichkeit, an neuen Standorten, an denen es keine ausreichende Nachfrage oder keine Möglichkeiten für eine Abitursschule gibt, aktiv zu werden. Beide Angebote – GIB und Abitur – schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich und reagieren auf unterschiedliche Nachfragen vor Ort.
Wir müssen auch zur Kenntnis nehmen, dass es Weltregionen gibt, in denen der klassische Elternverein nicht der optimale Träger für eine neue Deutsche Auslandsschule ist. In diese Lücke können Privatschulanbieter springen. Dies gilt v. a. dann, wenn diese Anbieter auch in der beruflichen Bildung tätig sind und beide Bereiche organisch miteinander vernetzen können.
Mit dem Reformkonzept wollen wir die Auslandsschulen befähigen, flexibler und eigenständiger mit unserer Förderung umzugehen, und die Schulen wettbewerbsfähiger und gleichzeitig zukunftsfähig machen.
Wir haben dieses Reformkonzept gemeinsam mit den Ländern erarbeitet und verabschiedet. Auch alle anderen Akteure aus dem Schulbereich wurden in seine Entwicklung mit einbezogen. Wir legen großen Wert darauf, dass das Auslandsschulwesen auch in Zukunft eine Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe bleibt, und laden die Länder ein, sich dieser gemeinsamen Verantwortung weiter zu stellen. Natürlich wäre es für mich auch denkbar, dass, wenn die Länder dies wollen, das Auslandsschulwesen im Wesentlichen in der Alleinverantwortung des Bundes geführt wird. Notwendig ist aber immer eine große Kooperationsbereitschaft der Länder – sowohl im Hinblick auf die Anerkennung der Abschlüsse als auch bei der Anwerbung und Beurlaubung geeigneter Lehrkräfte.
Die Haushaltszahlen 2012 zeigen, dass das Reformkonzept kein Sparkonzept, sondern ein Flexibilisierungskonzept ist. Der Haushalt für 2012 – also der erste Haushalt nach Verabschiedung des Reformkonzeptes – hat im Vergleich zu 2011 einen Anstieg von 39 Mio. Euro zu verzeichnen. Das bedeutet ein Aufwuchs von fast 20%! Ich glaube, bessere Argumente hat man nicht, um zu beweisen, dass das Reformkonzept kein Sparkonzept ist.
Verehrte Schulleiterinnen und Schulleiter, liebe Gäste, Sie sehen, dass die Bundesregierung zu ihrem Wort steht: Wir haben versprochen, an Bildungsausgaben nicht zu kürzen. Und wir haben auch hier Wort gehalten.
Eine gute finanzielle Ausstattung des Auslandsschulwesens ist eine sehr gute, aber noch keine ausreichende Basis für die erfolgreiche Entwicklung der Auslandsschulen. Ergänzend zur finanziellen Unterstützung müssen wir die strategische und konzeptionelle Entwicklung des Auslandsschulwesens aktiv mit gestalten und begleiten.
Daher war es mir im Rahmen des Reformkonzeptes ein wichtiges Anliegen, die Schulen auch in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gut aufzustellen.
Mit der von mir 2011 ins Leben gerufenen „Exzellenzinitiative innovatives Lernen“ werden an ausgewählten Deutschen Auslandsschulen Modellprojekte für multimediales innovatives Lernen durchgeführt. Diese Schulen sollen Exzellenz-Zentren für innovatives Lernen werden. Sie sollen zukunftsweisende Methoden und Techniken für den Unterricht entwickeln und einsetzen. Fünf Schulen haben wir in einem Ideenwettbewerb 2011 ausgewählt und unterstützt, ihre modellhaften Projekte in die Realität umzusetzen. Ich bin sehr gespannt auf die Präsentation der Projekt-Ergebnisse beim 2. Internationalen Bildungsfest. Und ich freue mich schon jetzt auf die neuen Projekte, die in einem zweiten Wettbewerb dieses Jahr ausgewählt werden.
Und ich begrüße daher ausdrücklich, dass das Programm der diesjährigen Schulleitertagung auch ein Beitrag zum Thema „Lernen 2.0 – Der Computer verändert Schüler und Lehrer“ vorsieht.
Mit der „Exzellenzinitiative innovatives Lernen“ leisten wir nicht nur einen Beitrag zur Stärkung der Auslandsschulen im globalen Bildungswettbewerb. Wir schlagen gleichzeitig eine Brücke ins Inland, wenn es darum geht, Absolventen dieser Schulen für ein Studium oder eine Berufstätigkeit in einem deutschsprachigen Kontext zu gewinnen.
Aufgrund demographischer Trends und der schon jetzt absehbaren Entwicklungen an unseren Universitäten und auf dem Fachkräftemarkt werden die Schulen im Ausland für Deutschland zunehmend wichtiger. Die innenpolitische Bedeutung und Verantwortung des Auslandsschulwesens ist gewachsen. Die Schulen werden in der Zukunft eine noch wichtigere Rolle für die Entwicklung des Wirtschafts-, Wissenschafts- und Hochschulstandortes Deutschland als in der Vergangenheit spielen.
Der gestiegenen innenpolitischen Bedeutung habe ich in einem ersten Schritt Rechnung getragen durch das erste „Internationale Bildungsfest“ im September hier in Berlin, zu dem ich zahlreiche Gäste begrüßen konnte. Darunter auch viele der heute im Saal Anwesenden. Mit der Veranstaltung haben wir dem Potential der Deutschen Auslandsschulen hier im Inland mehr Präsenz verliehen und eine engere Verzahnung zwischen Wirtschaft, Politik und zukünftigen Fachkräften aus dem Ausland erreicht.
Wenn wir bedenken, dass in 15 Jahren bis zu fünf Millionen Arbeitskräfte in Deutschland fehlen werden – das entspricht der Bevölkerung von Brandenburg und Sachsen-Anhalt zusammen – dann wird uns die gestiegene Bedeutung des Auslandsschulwesens besonders klar. Es gilt, das Potential von jährlich 12.000 Absolventen der Deutschen Auslandsschulen und 13.000 Absolventen mit DSD-Diplom noch stärker zu nutzen und an uns zu binden, bevor sich der Fachkräftemangel in Deutschland als Innovations- und Wachstumsbremse erweist. Deshalb gilt es, das qualitativ hohe und gut funktionierende System der Auslandsschulen qualitativ zu stärken und quantitativ weiter auszubauen.
Ich bin mir sicher, dass wir dafür die richtigen finanziellen und strategischen Grundlagen gelegt haben. Nun gilt es auch die gesetzlichen Grundlagen so auszugestalten, dass die Schulen, ihre Schülerinnen und Schüler und deren Eltern langfristige Planungssicherheit haben. Das Auslandsschulwesen muss nach meinen Vorstellungen endgültig von den Unsicherheiten des Zuwendungsrechts befreit werden. Deshalb setze ich mich für ein Auslandsschulgesetz ein. Mindestens sollte ein Anspruch auf finanzielle Unterstützung der anerkannten Schulen etwa nach dem Modell des Reformkonzepts geregelt werden. Hierzu gehört auch ein Mindestanspruch auf ein Budget – abhängig von den Schülerzahlen und den angestrebten Abschlüssen.
Die grundsätzliche Selbstverantwortung der Schulen müsste festgeschrieben werden. Wichtig wäre eine endgültige Klärung der Pensionsrückstellungen für beurlaubte Lehrkräfte. Weiterhin könnten in einem solchen Gesetz auch visarechtliche Sonderregelungen für Schüler und Lehrkräfte festgeschrieben werden. Viele weitere und wichtige Dinge könnten geregelt werden. Bei der Ausgestaltung des Gesetzes kommt es mir aber auf eine breite parlamentarische Unterstützung und ein gutes Einvernehmen mit den Schulen an. Daher stelle ich mir vor, dass wir in einen offenen Dialog eintreten, wenn es an die Inhalte geht.
Ich freue mich auf ein erfolgreiches Auslandsschuljahr 2012. Für Ihr Engagement, Ihre Kreativität und Ihre Professionalität, liebe Schulleiterinnen und Schulleiter, danke ich Ihnen schon im Voraus.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
4. Januar 2012
Der eine oder andere hat es schon immer vermutet: Schule hat einen positiven Einfluss auf unsere Intelligenz. Nach einer aktuellen Studie ist sogar die Länge wichtig. Je länger Jugendliche die Schule besuchen, umso höher ist offenbar ihr Intelligenzquotient.
Dies lässt sich jedenfalls aus einer Studie norwegischer Forscher um Christian N. Brinch und Taryn Galloway von der Statistikbehörde in Oslo ableiten. Die beiden werteten im Zusammenhang mit einer Schulreform erhobene Daten aus: Dabei war von 1955 an bis in die 1970er Jahre hinein die Zeit an der Mittelschule um zwei Jahre verlängert worden.
Brinch und Galloway erfassten bei den Männern, die zwischen 1950 und 1958 geboren wurden, unter anderem die Schullaufbahn, ihren späteren Beruf und welchen IQ-Wert sie später bei der Musterung erreicht hatten. Ergebnis: Bei denjenigen, die schon von der Reform betroffen waren, lag der IQ höher als bei den anderen, wie die Forscher im Magazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) schrieben.
Frühere Untersuchungen hatten bereits einen Zusammenhang zwischen der Dauer der Schulzeit und dem IQ eines Menschen ergeben. Nicht ausgeschlossen werden konnte bislang aber, dass sich beispielsweise Menschen mit höherem IQ mehr bilden und deshalb auch länger in die Schule gehen.
(Quelle: „Proceedings of the National Academy of Sciences“, Online-Vorabveröffentlichung)
3. Januar 2012
Während Hans Zehetmair, der Chef des Rats für deutsche Rechtschreibung, Twitter als „Fetzenliteratur“ geißelt und das Ende der Sprachkompetenz sieht, geht man in Frankreich einen anderen Weg.
Die Lehrer der Privatschule Immaculée Conception im nordfranzösischen Seclin nutzen den Kurznachrichtendienst Twitter für den Lese-Unterricht. Das ist Cool, so die siebenjährige Knirpse an der Schule. Die Lehrer sind der Meinung, dass Tweets lieber gelesen werden als Leselernbücher. Auf Twitter gibt es Bild und Ton, doch das mindert das Interesse an der Schrift nicht, im Gegenteil. Seit September 2011 werden die Kurznachrichten eingesetzt. Statt morgens wie in anderen Schulen die schwarze Tafel aufzuklappen, schaltet sie einen Riesenbildschirm an, auf dem in Großformat die Mitteilungen anderer Klassen in Frankreich, Belgien und Kanada erscheinen.
Die Schüler verfassen dann kurze Antworten auf die Botschaften, die sie erst in ihr Heft schreiben müssen und die dann korrigiert werden. “Die 140 Zeichen bei Twitter passen gut zu ihrer Lernstufe der siebenjährigen”, sagt eine Lehrerin. Außerdem zwinge der Kurznachrichtendienst die Kinder, an ihre “Leser” zu denken und gebe so der Übung zusätzlich Sinn.
Schulprojekte mit Twitter existieren auch in anderen Ländern, darunter auch in Deutschland. Doch meist ist es die Oberstufe, die mit dem Kurznachrichtendienst ihren Diskussionen eine neue Form verleiht. In Frankreich gibt es auf der Website Twittclasses 124 solcher Projekte, davon 37 für die Grundschule.